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Fachbetrieb für Verglasung und Beschlagtechnik

Glastür innen einbauen lassen Berlin – Fachbetrieb für Sicherheitsglas und Beschlagtechnik

Innenliegende Glastüren stellen deutlich höhere Anforderungen an Planung und Ausführung als konventionelle Holztüren: Das Glasgewicht (8 mm ESG: ca. 20 kg/m², 10 mm ESG: ca. 25 kg/m²) bestimmt Beschlagwahl, Sturzbefestigung und zulässige Türblattbreite grundlegend. Gerahmte Systeme und rahmenlose Ganzglastüren folgen dabei völlig verschiedenen Montagelogiken und erfordern unterschiedliche Voraussetzungen im Rohbau.

Entscheidend für Dauerhaftigkeit und Sicherheit ist die Abstimmung zwischen Glasart, Beschlagsystem und statischer Reserve des Türsturzes. Ein fachgerecht eingebauter Bodendrehpunkt erfordert beispielsweise eine Einbettungstiefe von 80–130 mm im Estrich – ein Maß, das im Berliner Bestand häufig nicht gegeben ist und zwingend vor der Glasbestellung geprüft werden muss, da maßgefertigte ESG-Scheiben nach dem Tempern weder geschnitten noch gelocht werden dürfen.

Leistungsumfang

Was umfasst das fachgerechte Einbauen einer Glastür innen?

  • Rohbauöffnung aufmessen: Maßtoleranz nach DIN 18202 prüfen, Sturztragfähigkeit und Estrichtiefe für Bodendrehpunkt beurteilen
  • Glasart und Scheibendicke festlegen: ESG (DIN EN 12150) oder VSG (DIN EN 14449), Pendelschlagklasse nach DIN EN 12600 ermitteln
  • Zargenrahmen oder Ganzglasbeschläge setzen: Patch-Fitting oder Bodendrehpunkt montieren, Umlaufspalt 2–3 mm herstellen und prüfen
  • Glasblatt einsetzen: Neopren-Zwischenlagen einlegen, Schrauben mit Drehmomentschlüssel anziehen, Bohrlochzonen spannungsfrei halten
  • Dichtungsprofile montieren: Anschlag-, Falz- und Bodendichtung setzen; bei Schallschutzanforderung Absenkautomatik einbauen
  • Abnahme: Spaltmaße, Leichtgängigkeit und Glasoberfläche kontrollieren; bei Brandschutzglas Übereinstimmungserklärung übergeben

Im Berliner Bestand variieren Wandstärken, Estrichdicken und Sturzhöhen erheblich – das vollständige Aufmaß vor Glasbestellung ist deshalb Pflicht, nicht Option. Alle Maße, Bohrpositionen und Beschlagpositionen werden schriftlich freigegeben, bevor die maßgefertigte Scheibe in Auftrag geht. Der Einbau folgt dem aufeinander abgestimmten System aus Glas, Beschlag und Dichtung – kein Einzelteil wird nachträglich substituiert, was bei Brandschutzglas ohnehin zulassungsrelevant wäre.

Systemaufbau rahmenlose Pivot-Glastür: Beschlagkomponenten und Einstellmaße – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Glasdicke nach Einspannlänge: Was die Statik vorschreibt

Die Glasdicke eines Türblatts richtet sich nicht nach Optik, sondern nach der freien Einspannlänge — dem Abstand zwischen Bodenpivot-Oberkante und Klemmhalter- bzw. Bandoberkante. DIN 18008-1 fordert für Ganzglastüren einen rechnerischen Nachweis der Biegezugspannungen, der Einspannkräfte und der Durchbiegung; die Hersteller liefern Bemessungstabellen als Anlage zum Zulassungsbescheid.

Praxiswerte für rahmenlose ESG-Türen mit einseitiger Einspannung: bis 2,0 m Türhöhe reichen 8 mm, bis 2,5 m sind 10 mm üblich, ab 2,5 m Höhe oder Breiten über 1,1 m sollten 12 mm geplant werden. Unterschreitung dieser Grenzen führt zu plastischer Verformung am Klemmhalter und langfristig zur Rissbildung nahe der Einspannzone.

Bei VSG (Verbundsicherheitsglas) gilt eine andere Biegesteifigkeit: Der Schubverbund der PVB-Folie wirkt nur partiell. Ein 8+8-VSG verhält sich nicht wie 16 mm ESG; der Nachweis muss den effektiven Querschnitt nach dem Sandwichmodell (reduzierter Verbundanteil) ansetzen — eine verbreitete Fehlannahme in der Detailplanung.

Querschnitt der Einspannzone einer rahmenlosen ESG-Glastür: Klemmhalter, Glaskante, Biegespannung und Rissbildungszone in Abhängigkeit der Glasdicke.
8–12 mmÜbliche ESG-Dicke Innentür je Spannweite
25 kg/m²Flächengewicht 10 mm ESG
Rw 28–38 dBSchalldämmmaß je Dichtungsausführung
±0,5 mmToleranz Drehpunkt-Achse zu Deckenlager

Wann ist VSG bei Innentüren vorgeschrieben?

ESG zerfällt bei Bruch in stumpfkantige Krümel und ist für Türblätter weit verbreitet. Dennoch gibt es Fälle, in denen VSG zwingend ist: Bei Türen im Aufprall- und Sturzbereich — bodentiefe Elemente, Seitenteile neben der Öffnung — fordert DIN 18008-4 den Nachweis der Resttragfähigkeit nach Glasbruch. VSG erfüllt diese Anforderung, weil die PVB-Folie Scheibe und Bruchstücke zusammenhält; ESG-Krümel dagegen fallen sofort.

Für Kindertagesstätten, Schulen und öffentlich zugängliche Gebäude verlangen Landesbauordnungen sowie die DGUV-Vorschriften für Bildungseinrichtungen in der Regel VSG auch bei Innentüren, sobald eine Absturz- oder Aufprallgefahr besteht. In Privatgebäuden besteht keine generelle Pflicht — bautechnisch ist VSG aber empfehlenswert für großformatige Blätter.

Wichtig für die Ausschreibung: VSG-Türblätter sind deutlich schwerer (ca. 25–30 % mehr als ESG gleicher Nenndicke, z. B. 8+8 VSG ≈ 40 kg/m²) und erfordern Bänder und Bodenfedern mit höherem Schließmoment. Das Türgewicht muss vor der Beschlagwahl feststehen.

Interaktiv

Kostenrechner: Glastür innen einbauen lassen

Richtwert für rahmenlose ESG-Drehtür (10 mm), inkl. Boden-Pivot-Beschlag, Deckenpunkt, Türgriff, Bürstendichtung sowie Demontage einer Bestandstür in Berlin. VSG 2×6 mm (Schallschutz oder Nassbereich): Materialaufschlag ca. +40 %. Brandschutz-EI30-Verglasung: +80 bis +120 %. Aluminium-Zargensystem statt rahmenlos: Materialaufpreis ca. +15 %, Montageaufwand vergleichbar.

ESG 10 mm, rahmenlos (Pivot-Beschlag + Griff)
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

Technische Daten

Technische Kennwerte: ESG vs. VSG Innentür

EigenschaftESG 10 mm
Flächengewicht25 kg/m²
Biegefestigkeit (charakteristisch)120 MPa
BruchbildKrümel, stumpfkantig
Resttragfähigkeit nach Bruchkeine (Totalbruch)
Schalldämmmaß Rw (Richtwert Einbau)ca. 30–32 dB
Wärmedehnung je 10 K≈ 0,09 mm/m
HerstellungsnormEN 12150-1
ESG vs. VSG vs. Brandschutzglas: Schichtaufbau, Bruchbild und Mindestdicke im Vergleich – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Rahmenlos oder gerahmt: Die technischen Entscheidungskriterien

Rahmenlose Ganzglastüren spannen das Blatt über Bodenpivot und Deckenlager ein. Die Klemmbeschläge aus Edelstahl leiten Biege- und Torsionsmomente direkt in das Glas — deshalb ist die Kantenqualität (KPZ oder poliert nach EN 12150) kritisch: Mikrorisse an der Einspannkante erhöhen unter Dauerlast die Bruchwahrscheinlichkeit erheblich.

Gerahmte Systeme aus Aluminiumprofil (typisch 40–60 mm Rahmenbreite) oder Stahl verteilen die Last über den gesamten Flügelumfang und sind für Türen ab ca. 80 kg Flügelgewicht oder stark frequentierte Nutzung vorzuziehen. Die Glasfalztiefe muss mindestens 12 mm betragen; 15 mm gelten als Mindestempfehlung für dauerhaft dichte Anschlüsse.

Bei Schiebetüren entscheidet die Laufschienenmontage: An Holzbalkendecken ist Deckenmontage nur über Anker auf tragenden Balken möglich — Abhängungskonstruktionen aus Trockenbau tragen die dynamische Last nicht. Bei bodengeführten Systemen sollte die Führungsnut nicht tiefer als 8 mm in den Estrich eingefräst werden.

Querschnitt: gerahmtes Glasprofil mit Glasfalztiefe und Schiebetür-Laufschiene verankert am tragenden Holzbalken statt Trockenbaudecke.
Im Vergleich

Systeme im Vergleich: Pivot rahmenlos, Scharnier gerahmt, Schiebe

KriteriumPivot rahmenlosScharnier gerahmtSchiebe Deckenschiene
Türgewicht max.bis ca. 120 kgbis ca. 200 kgbis ca. 150 kg
Öffnungswinkelbis 180°bis 180°verschiebbar, kein Schwenk
Schalldämmmaß Rw28–34 dB32–40 dB22–30 dB
BodeneingriffPivothülse (ggf. vor Estrich)Türfalz 3–5 mmBodenführungsnut oder keiner
StemmarbeitenBodenhülse + ggf. DeckenlagerkeineDeckendübel, ggf. Stahlträger
Typische FehlerquelleKlemmhalter-Torsion, GlasbruchBandflucht, SetzungLaufrollenspiel, Sturzkräfte

Schallschutz: Warum die Dichtung mehr zählt als das Glas

Das Schalldämmmaß einer Glastür wird nicht vom Glas allein bestimmt, sondern vom schwächsten Glied der Abdichtungskette: Bodenfuge, Bandseite und Schlossseite. Eine 10-mm-ESG-Scheibe erreicht im Laborprüfstand bis Rw 32 dB; eingebaut ohne Bodendichtung sinkt dieser Wert auf unter 25 dB, weil Fugenundichtigkeiten direkte Luftschallbrücken öffnen.

Absenkdichtungen (automatisch absenkende Bodendichtelemente) schließen den kritischen Spalt unter dem Türblatt beim Schließen mechanisch. Bürstendichtungen eignen sich für leichte Anforderungen; Lippendichtungen und Doppellippenprofile erreichen mit korrekt eingestelltem Anpressdruck Rw-Werte bis 38 dB am Türblatt — vorausgesetzt, Band- und Schlossseitenfalze sind ebenso abgedichtet.

Für Büros und Konferenzräume, die nach DIN 4109 Schallschutzklasse 3 (Bau-Rw ≥ 37 dB) erfordern, ist eine Glastür als alleiniges Trennbauteil kaum geeignet. Planer sollten Glastüren in diesen Zonen nur als Sichtelement einsetzen und den Schallschutz über den flankierenden Wandaufbau sicherstellen.

Lösungs-Finder

System-Finder: Welche Glastür-Lösung passt?

Welche Anforderung ist für Ihren Einbauort ausschlaggebend?

Rahmenlose ESG-Drehtür, Pivot-System: ESG mind. 10 mm (ab h = 2 200 mm: 12 mm), Bodeneinspannung 40–50 mm Klemmtiefe. Wandverankerung M8 chemisch gesetzt, Traglast ≥ 500 N je Anker. Erreichbare Schalldämmung max. Rw ≈ 30 dB (Bürstendichtung) — für Schallschutzanforderungen ungeeignet. Bodenspalt ≤ 8 mm nach DIN 18101.
VSG 2×6 mm + Aluminiumzarge mit Ringspalt- und Bodendichtung: Rw 37–42 dB erreichbar. Falztiefe mind. 20 mm, Eckverbindung verschweißt oder verklebt. Hinweis: Rahmenlose Systeme erreichen baubedingt max. Rw ≈ 30 dB — für Büroakustik nach ASR A3.7 regelmäßig unzureichend. Zarge nur in Massivwand oder doppelt beplanktem CW-100-Trockenbau.
VSG 2×5 mm, Edelstahl V4A (1.4404), IP44-Beschläge: Keine Bodenschiene (Wasseransammlung), stattdessen Deckenpivot + wandseitige Fuge mit sanitärgeeignetem Silikon (BFS-Merkblatt Nr. 12). Glasdichtung EPDM statt PVC (hydrolysestabil). Wandanker bei Fließestrich-Untergrund: Verankerungstiefe im tragenden Kern vorab prüfen — häufig unterschätzter Schwachpunkt.
Wand-Schiebetür (Auflaufsystem), ESG 8–10 mm: CW/UW-Profil mind. 75 mm, Laufschiene in Doppel-UW mit M10-Zugstab zur Betondecke. Maximales Flügelgewicht beachten: 80 kg (ESG 10 mm, 2,1 m × 1,0 m ≈ 52 kg — im Limit). Einschränkung: geringere Dichtigkeit und Schallschutz als Drehtür; Brandschutzanforderungen erfordern selbstschließenden Mechanismus.
Glas-Falttür oder Teleskop-Schiebetür: Falttür: Einzelflügel max. 700 mm Breite (statisch, freies ESG 8 mm), Oberlauf tragend in Massivwand. Teleskop-Schiebe: 2-spurig, Spurabstand 100 mm, Sturzhöhe mind. 120 mm. Kritisch bei Falttür: Bodenpivot erfordert ebene Fußbodenoberkante ± 2 mm — bei Altbaubestand oft Fräs-/Schleifarbeit nötig.
Im Überblick

Glassorten für Innentüren: Übersicht

ESG klar (EN 12150-1)

Standardlösung, hohe Lichtdurchlässigkeit ca. 91 %. Zerfällt bei Bruch in stumpfkantige Krümel. Alle Bearbeitungen (Bohrungen, Kantenscbliff) müssen vor dem Härteprozess abgeschlossen sein — nachträgliches Schneiden oder Bohren zerstört das Vorspannfeld.

VSG aus ESG + PVB-Folie (EN ISO 12543)

Pflicht bei erhöhter Aufprallgefahr, öffentlichen Gebäuden, Kindereinrichtungen. Hält bei Bruch zusammen. Ca. 30 % schwerer als ESG gleicher Nenndicke; akustisch besser durch Dämpfung der PVB-Folie im Koinzidenzbereich.

Ornamentglas (EN 572-5)

Walztextur erzeugt Sichtschutz ohne aufgeklebte Folie. Kann nicht nachträglich gehärtet werden — als Türfüllung nur in gerahmten Systemen als TVG; für rahmenlose Ganzglastüren nicht zulässig.

Sandgestrahltes / geätztes ESG

Dauerhafter Sichtschutz ohne Folienalterung. Einseitige Mattierung empfehlenswert (glatte Seite innen leichter zu reinigen). Chemische Ätzung (Fluorwasserstoff) erzeugt tiefere Mattierschicht, ist feuchtigkeitsresistenter als mechanisches Sandstrahlen.

Akustik-VSG (steife PVB-Folie)

Speziell steife oder asymmetrisch dicke PVB-Folie verschiebt das Koinzidenzminimum. Rw bis 42 dB im Verbund erreichbar. Sinnvoll nur wenn Dichtung, Zarge und Wandanschluss auf dasselbe Niveau ausgelegt sind.

Rauchglas / Bronzeglas

Einfärbung in der Schmelze, dauerhaft ohne Alterung. Lichttransmission je nach Tönung 50–70 %. Kein nennenswerter Wärme- oder UV-Schutz bei Innentüren; rein ästhetische Funktion.

Flächenbedarf Drehtür vs. Schiebetür vs. Falttür bei 875 mm Lichtmaß – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Wandtyp und Sturz: Statik für Trockenbau und Massivwand

Der häufigste Planungsfehler bei Glastüren im Trockenbau ist ein reiner Gipskarton-Sturz ohne tragendes Stahlprofil. Standard-CW-Profile sind für Türgewichte über ca. 25 kg nicht ausreichend — ab diesem Schwellenwert muss ein Flachstahl oder UNP-Profil über der Zarge eingebaut werden, das die Vertikallast auf die flankierenden Ständer ableitet. Die Ständerachse beiderseits der Öffnung sollte auf 300–600 mm verdichtet werden.

Bei Massivwänden (Kalksandstein, Beton, Poroton) wird die Zarge mit Rahmendübeln oder eingegossenen Stahlbolzen verankert. Für rahmenlose Pivottüren sitzt der Bodenpivot direkt im Estrich (Einbautiefe je nach Produkt 40–80 mm); der Deckenpunkt wird mit einem Einbaugehäuse in die Rohdecke gesetzt. Kritisch: Die Einbauplanung muss vor dem Estrich abgeschlossen sein — nachträgliches Stemmen zerstört den Estrichverbund.

Bei Holzbalkendecken im Altbau ist die Tragfähigkeit des Sturzes zu prüfen. Pivot-Deckenlager dürfen nicht in Zwischendeckenabhängungen gesetzt werden; die Last muss auf den tragenden Balken oder eine Querstrebe zwischen zwei Balken gehen. Bei unklarer Tragfähigkeit ist ein Nachweis nach EC 5 einzuholen.

Querschnitt-Illustration: Zargenverankerung in Massivwand, Bodenpivot im Estrich, Deckengehäuse in Rohdecke und Holzbalken-Sturz im Altbau bei einer Pivottür.
So gehen wir vor

Ablauf: Glastür innen fachgerecht einbauen

1

Aufmaß und Wandprüfung

Lichtes Maß (Breite × Höhe), Wandstärke, Sturztiefe, Bodenaufbau und Achslage des Drehpunkts werden aufgenommen. Bei Trockenbau: Nachweis der Stahlunterkonstruktion am Sturz vor Bestellung.

2

Glasbestellung mit Kantenbearbeitung

Glasmaß unter Abzug der Falztiefen (gerahmt) bzw. Klemmabzüge (rahmenlos) wird bestellt. Kante KPZ oder poliert — vor dem Tempern. ESG/VSG-Härtung ist Werksprozess; nach Härtung sind keine Korrekturen mehr möglich.

3

Bodenpivot und Deckenlager setzen

Bodenhülse oder Bodenplatte wird nach Drehpunkt-Achse gesetzt (Toleranz ±0,5 mm zur Deckenlagerachse). Laserausrichtung empfohlen. Bei Unterflursystemen: vor Estrich einbauen und sichern.

4

Glaslieferung und Einsetzen

Türblatt (25–50 kg je nach Maß und Glasart) wird mit Glassaugern positioniert. Pivottür: Blatt in Bodenhülse senken, Deckenlager einhängen. Klemmhalter mit kalibriertem Drehmoment festziehen (Herstellerangabe beachten, typisch 8–12 Nm).

5

Einregeln: Schließer, Dichtungen, Stopper

Schließgeschwindigkeit und -moment nach EN 1154 einstellen. Absenkdichtung auf Bodenniveau justieren. Öffnungsbegrenzer (Freilaufstopp) setzen. Alle Einstellwerte dokumentieren.

6

Abschlussreinigung und Übergabe

Schutzfolien entfernen; Glasflächen mit alkalienfreiem Reiniger (pH 6–8) reinigen — keine Schleifmittel oder ammoniakhaltige Mittel. Einstellwerte und Türgewicht im Übergabeprotokoll festhalten.

Häufige Montagefehler: Ursachen und Vermeidung

Der verbreitetste Fehler ist das Überdrehen der Klemmhalter-Schrauben bei rahmenlosen Türen. Das Glas liegt in EPDM- oder Neopreneinlagen im Halter; zu hohes Anzugsmoment klemmt das Glas punktuell und erzeugt Spannungsspitzen nahe der Einspannzone. Praxis: Herstellervorgabe für das Anzugsdrehmoment einhalten und ausschließlich mit Drehmomentwerkzeug arbeiten — 'handfest' reicht nicht und 'so fest wie möglich' bricht.

Ein zweiter typischer Fehler ist die falsch positionierte Bodenpivothülse: Liegt die Drehachse nicht exakt lotrecht zur Türblatt-Mittelebene, entsteht eine permanente Torsion im Blatt — sichtbar als schiefes Spaltbild und Schwergängigkeit. Korrekturen sind nach dem Estrich kaum noch möglich, weil die Hülse einbetoniert ist. Montageprotokoll mit Achsmaß vor Estrich ist Pflicht.

Schimmelbildung an der Glasfuge im Bad- oder Feuchtraumbereich entsteht, wenn handelüblicher (nicht pilzhemmender) Silikondichtstoff eingesetzt wird. Für feuchte Innenräume muss pilzresistentes Silikon nach ISO 11600 verwendet werden; die Fugentiefe sollte mindestens der halben Fugenbreite entsprechen — bei 6 mm Breite mindestens 8 mm tief, damit der Dichtstoff vollflächig haftet.

Interaktiv

Mindest-Glasdicke für rahmenlose ESG-Drehtür

Schieben Sie die lichte Türhöhe. Grundlage: Bemessung nach DIN 18008, Standardbreite 900 mm. Bei Breiten über 1 000 mm: nächsthöhere Dicke wählen.

Türhöhe

ESG nie nachschneiden oder bohren

Nach dem Härteprozess darf ESG nicht mehr mechanisch bearbeitet werden. Jeder nachträgliche Eingriff — Schnitt, Bohrung, Schleifnut — erzeugt Kerben im Vorspannfeld, die bei Temperaturschwankungen oder Stoß zu spontanem Totalbruch führen. Alle Bearbeitungen müssen vor der Härtung im Werk erfolgen.

Absenkdichtung muss vor Glasbestellung geplant sein

Absenkdichtungen erfordern eine Fräsung an der Türblatt-Unterkante und müssen bei der Glasbestellung mit Tiefe und Stärke angegeben werden. Nachrüsten ist an gehärtetem ESG nicht möglich. Auch der Bodenbelag (Parkett vs. Fliese: unterschiedliche Absenktiefe) muss beim Bestellmaß berücksichtigt werden.

Wärmedehnung bei bodentiefen Türen einplanen

10 mm ESG dehnt sich bei 30 K Temperaturdifferenz um ca. 0,27 mm/m. Bei 2,5 m Türhöhe ergibt das 0,7 mm Längenänderung. Klemmhalter und Deckenlager müssen mindestens 1,5 mm axiales Spiel zulassen; starre Einspannung führt bei Sommertemperaturen zu Glasbruch durch thermischen Zwang.

Brandschutzglastür-System: Klassifizierung EI30 / EI60 / EW30 — Pflichtkomponenten der Systemzulassung – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Sichtschutz: Sandstrahlung, Folie oder Ornamentglas im Vergleich

Sandgestrahltes oder chemisch geätztes Glas bietet dauerhaften Sichtschutz ohne Alterserscheinungen. Einseitig mattiertes Glas ist auf der glatten Seite leichter zu reinigen; in feuchten Räumen empfiehlt sich die glatte Seite zur Rauminnenseite. Chemische Ätzung (Fluorwasserstoffätze) erzeugt eine tiefere Mattierschicht und ist feuchtigkeitsstabiler als mechanisches Sandstrahlen — relevant für Bäder und Küchen.

Sichtschutzfolien sind nachrüstbar und in jedem Transparenzgrad lieferbar (20 % bis opak). Nachteil: Folien altern unter UV-Einwirkung (Gelbfärbung nach 10–15 Jahren in Südlage), und Luftblasen bei der Applikation sind ohne professionelles Werkzeug kaum zu vermeiden. Keine Dauerlösung für direkten Sonneneintrag.

Ornamentglas nach EN 572-5 schützt durch Walztextur (Profile: Satinato, Delta, Matelux u. a.) dauerhaft ohne Beschichtung. Es kann jedoch nicht nachträglich gehärtet werden — als Türfüllung wird es als TVG eingebaut, das kein klassisches ESG-Bruchbild zeigt. Ornamentglas ist daher ausschließlich für Füllungen in gerahmten Türen geeignet, nicht für rahmenlose Vollglasblätter.

Vergleichsgrafik dreier Sichtschutz-Glasplatten: sandgestrahlt, beklebte Folie mit Luftblasen und gewalztes Ornamentglas nebeneinander.
Preise & Kosten

Was kostet Glastür innen einbauen?

Richtwerte für Berlin inkl. Material und Montage (netto). Stark abhängig von Glasart, Türgröße, Systemtyp und Wandsituation.

LeistungPreis-Spanne (Richtwert)
LeistungKosten (Richtwert)
ESG 10 mm klar, gerahmt Alu, Standardmaß bis 2,0 × 0,9 m800 – 1.400 EUR
ESG 10 mm klar, rahmenlos Pivot (Boden + Decke)1.200 – 2.200 EUR
VSG 8+8, rahmenlos Pivot, Standardmaß1.600 – 2.800 EUR
Schiebetür Glas, Deckenschiene, ESG 10 mm900 – 1.600 EUR
Ornamentglas-Füllung in Stahlrahmen700 – 1.200 EUR
Aufpreis Sandstrahlung / chemische Ätzung80 – 150 EUR/m²
Aufpreis Unterflur-Türschließer (Einbau)300 – 550 EUR
Aufpreis Absenkdichtung (Lieferung + Einbau)120 – 250 EUR
Stahlprofil-Sturz Trockenbau (Einbau)150 – 350 EUR pauschal
Demontage und Entsorgung Alttür80 – 180 EUR pauschal

Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

Bodendrehpunkt: Aufputz, Unterflur und Einstelltoleranzen

Aufputz-Bodenfedern werden auf den fertigen Belag aufgeschraubt; die Drehhülse liegt sichtbar. Vorteil: keine Stemmarbeiten, leicht austauschbar, Schließmoment und Öffnungsweite über Ventilschrauben justierbar. Klassifizierung nach EN 1154 (Klassen 1–7 je nach Türgewicht und Türbreite); für Türen bis 120 kg ist Klasse 3–4 üblich.

Montageablauf Glastür innen: 7 Schritte mit kritischen Toleranzfenstern – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Querschnitt eines Unterflur-Türschließers in Bodentasche mit bündigem Deckel, lotrechter Drehachse und Deckenlager zur Achstoleranz.

Unterflur-Türschließer werden in eine Bodentasche eingebaut (Tiefenmaß typisch 40–60 mm je Produkt). Der Deckel liegt bündig im Boden — ästhetisch deutlich unauffälliger. Nachteil: Austausch oder Nachjustierung nach dem Estrich erfordern Aufstemmung. Einbautiefe und Befestigungsachse müssen auf 0,5 mm genau vor dem Estrich geplant und verankert sein.

Kritische Achstoleranzen: Bodenpunkt-Drehachse und Deckenlager müssen lotrecht übereinstimmen — Abweichungen über 1 mm erzeugen permanente Torsion im Blatt, erhöhen den Banddruck und führen zu frühzeitigem Verschleiß der Lagerbuchsen. Empfohlenes Vorgehen: Boden- und Deckenpunkt mit Kreuzlinienlaser ausrichten und Positionen mit Schablone sichern, bevor Estrich eingebracht wird.

Rahmenlose Ganzglastür: Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Maximale Lichtdurchlässigkeit und Raumtiefe — kein Rahmenprofil unterbricht die Glasfläche
  • Pivot-Systeme ermöglichen großformatige Türen bis ca. 120 kg ohne sichtbaren seitlichen Beschlag
  • Zeitloses Design, kompatibel mit historischen Grundrissen (Altbau) und modernen Innenräumen
  • Nachrüstbar: Sichtschutzfolie, Absenkdichtung und Zutrittsbeschlag können nach Einbau ergänzt werden
  • Geringere Reinigungsfläche als gerahmte Systeme — kein Rahmenprofil mit Schlitz und Falz

Nachteile / Grenzen

  • Höhere Anforderungen an Glasdicke, Kantenqualität und Montagegenauigkeit als gerahmte Systeme
  • Bodenpivot erfordert exakte Vorplanung — Achsfehler nach Estrich sind kaum korrigierbar
  • Schallschutz bauteilbedingt begrenzt: Falzdichtung im Klemmhalter dichtet weniger als Rahmendichtung
  • Bei Glasbruch vollständiger Blattaustausch notwendig — kein Teilaustausch wie bei Rahmenglas möglich
  • Kein nachträgliches Kürzen oder Bohren möglich (ESG gehärtet, Maßänderung nur vor Härtung)
Kurz erklärt

Wichtige Begriffe rund um Glastür innen einbauen

ESG
Einscheiben-Sicherheitsglas: thermisch vorgespanntes Glas nach EN 12150-1. Biegefestigkeit ca. 120 MPa. Zerfällt bei Bruch in stumpfkantige Krümel; nach der Härtung nicht mehr bearbeitbar.
VSG
Verbundsicherheitsglas: zwei oder mehr Glasscheiben verbunden durch PVB- oder EVA-Folie nach EN ISO 12543. Hält bei Bruch durch die Folie zusammen; höheres Flächengewicht und bessere Schalldämmung als ESG.
TVG
Teilvorgespanntes Glas: schwächer vorgespannt als ESG. Bruchbild ähnelt Floatglas (größere Fragmente, kein Krümelbruch). Wird für Ornamentglas-Türfüllungen genutzt, weil strukturiertes Glas nach Walzprägung nicht härtbar ist.
Pivot
Türsystem mit Drehpunkt in Boden und Decke statt seitlichem Scharnier. Ermöglicht beidseitiges Öffnen und großformatige Glasblätter ohne sichtbaren Rahmen. Bodenpivot muss vor Estrich geplant sein.
Absenkdichtung
Im unteren Türblattsaum eingebauter Mechanismus, der beim Schließen der Tür eine Lipp- oder Bürstendichtung absenkt und den Bodenspalt schließt. Entscheidend für Schall- und Zugluftschutz bei Glastüren.
KPZ
Kante poliert zu, entgratet: Kantenbearbeitungsstandard für ESG nach EN 12150. Entfernt Mikrorisse an der Schnittkante, die unter Einspannbelastung als Kerben wirken und den Glasbruch initiieren können.
Rw
Bewertetes Schalldämmmaß in dB nach EN ISO 717-1. Gibt die frequenzgewichtete Luftschalldämmung einer Konstruktion an. DIN 4109 definiert Mindest-Rw je Nutzung; für normale Büros ≥ 37 dB Bau-Schalldämmmaß.
EN 1154
Europäische Norm für hydraulisch geregelte Türschließer. Klassifiziert die Schließkraft in sieben Klassen nach Türgewicht und -breite; gilt auch für Bodenfedern und Unterflurschließer bei Pivot-Systemen.

Bei bodentiefen Ganzglastüren unterschätzen Planer regelmäßig das Zusammenspiel von Wärmedehnung und Klemmhalterspiel. Wir sehen Türen, bei denen das Glas im Sommer gegen die Halter drückt und Spannungsrisse entstehen — weil das axiale Spiel schlicht nicht eingeplant wurde. DIN 18008 schreibt keine Mindestspiele vor; das liegt in der Verantwortung von Planer und Verarbeiter.

Sachverständiger, Glas- und Fassadenbau

Glastür innen einbauen Fragen & Antworten

Welches Glas ist für Innentüren vorgeschrieben – und warum darf kein Float-Glas verwendet werden?
In Türen und türnahen Seitenteilen ist in Deutschland Sicherheitsglas Pflicht. Maßgeblich ist die Pendelschlagprüfung nach DIN EN 12600: Türglas muss mindestens Klasse 1B1 erfüllen (keine gefährlichen Splitter). Float-Glas versagt dabei durch großflächige, scharfe Bruchstücke. Zugelassen sind ESG nach DIN EN 12150 (thermisch vorgespannt) und VSG nach DIN EN 14449 (Verbundsicherheitsglas mit PVB- oder EVA-Folie). Bei rahmenlosem Ganzglas sind mindestens 10 mm ESG oder 8+8 mm VSG gebräuchlich – VSG hat den Vorteil, dass Bruchstücke im Folienverbund hängen bleiben.
Was unterscheidet ESG und VSG – und wann wird welches gewählt?
ESG zerfällt bei Bruch in stumpfe Krümel (sicher, aber die Türöffnung ist sofort unbrauchbar). VSG hält Fragmente durch die Zwischenfolie zusammen – die Tür bleibt provisorisch funktionsfähig, was in Büros und öffentlichen Gebäuden bevorzugt wird. Entscheidend: ESG lässt sich nach dem Tempern nicht mehr schneiden oder bohren – alle Maße und Bohrpositionen müssen vor dem Temperprozess feststehen. VSG kann in bestimmten Ausführungen hingegen noch zugeschnitten werden. Für Brandschutzzwecke ist weder Standard-ESG noch Standard-VSG zulässig – hier ist ausschließlich bauaufsichtlich zugelassenes Spezialscheibenglas zu verwenden.
Welche Sturz- und Wandanforderungen muss die Rohbauöffnung erfüllen?
Der Türsturz muss neben dem Eigengewicht des Glases auch die Hebellasten aus Bodendrehpunkt oder Obentürschließer aufnehmen. Bei einem 10 mm ESG-Blatt (80 × 210 cm, ca. 42 kg) entstehen durch den Bodendrehpunkt Zugkräfte am Sturzdübel, die projektspezifisch zu berechnen sind. Die Rohbauöffnung ist nach DIN 18202 Tabelle 1 auf Grenzabweichungen zu prüfen (Grenzabweichungen für Öffnungen: ±10 mm bei Maß ≤ 1 m, ±12 mm bei ≤ 3 m). Für Ganzglassysteme mit Anschlagprofilen sind beidseitig 10–15 mm Übermaß erforderlich, für Zargensysteme 15–20 mm. Im Berliner Altbau ist die tatsächliche Wanddicke vorab zu messen – Gründerzeit- und Plattenbaumauerwerk weicht häufig erheblich von Planmaßen ab.
Was ist beim Einbau von Bodendrehpunkten in Bestandsestrich zu beachten?
Bodendrehpunkte (Floor Springs) erfordern je nach Hersteller und zugelassener Traglast eine Einbettungstiefe von 80–130 mm im Estrich. Im Bestand sind Estrichdicken von nur 40–60 mm häufig – dann sind Podestlösungen (Aufbaupodest aus Stahl) oder wandseitige Drehpunkte erforderlich. Das Gehäuse muss nach dem Einbau exakt im Lot (Toleranz ±0,5 mm) ausgerichtet und mit trocknungsarmem Schnellzement vergossen werden – Normestrich zeigt Schwindverformung, die die Lagerausrichtung nachträglich verschiebt. Taumeln oder Schwergängigkeit nach wenigen Monaten sind fast immer Folge eines zu geringen Einbettungsmaßes oder mangelhafter Vergussdichte.
Welche Schalldämm-Werte sind mit Innenglastüren erreichbar – und was begrenzt sie?
Einscheibige ESG-Türen (8–10 mm) erreichen bewertete Schalldämm-Maße von Rw 28–32 dB. Mit Innen-Isolierverglasung (z. B. 6+12+6 mm) sind Rw 35–40 dB möglich. Der limitierende Faktor ist fast immer die Flankenübertragung durch Türspalte: Ein umlaufender Spalt von nur 3 mm mindert das Schalldämm-Maß des Glases um 8–12 dB. Schallschutz wirkt deshalb nur mit vollständiger Dichtungsgarnitur (Anschlag-, Falz- und Bodendichtung). Bürstendichtungen am Boden dämmen bei tiefen Frequenzen unter 500 Hz deutlich schlechter als Absenkautomatiken. Für Besprechungsräume oder Arztpraxen empfiehlt sich ein akustisch geprüftes Systemprodukt mit Prüfzeugnis – Einzelkomponenten aus verschiedenen Serien sind kein gleichwertiger Ersatz.
Wann sind Glastüren einbruchhemmend ausführbar – und was bedeuten die Klassen nach DIN EN 356?
DIN EN 356 klassifiziert Verglasungen nach manuellem Angriffswiderstand: Klassen P1A bis P5A (Durchwurfhemmung, Kugelfallprüfung) und P6B bis P8B (Durchbruchhemmung, Axtprüfung). Für Innentüren mit Einbruchrelevanz (Erdgeschoss, Garagenzugang, Treppenhausabtrennung) ist P4A (Durchwurfhemmung, geprüft im Kugelfallverfahren) eine verbreitete Mindestempfehlung. Wichtig: Die Norm prüft ausschließlich das Glas – Rahmen, Beschlag und Wandverankerung werden separat bewertet und müssen auf die Glasklasse abgestimmt sein. Patch-Beschläge (rahmenlose Systeme) bieten konstruktionsbedingt weniger Einbruchschutz, da Scheibenbohrungen Ansatzpunkte für Hebelwerkzeug bilden. VSG mit Polycarbonat-Zwischenlage erreicht höhere Klassen, ist aber schwerer und erfordert entsprechend ausgelegte Beschläge.
Was macht Brandschutzglastüren technisch besonders – und welche nachträglichen Änderungen löschen die Zulassung?
Brandschutzglastüren werden nach DIN EN 13501-2 klassifiziert: E (raumabschließend), EW (begrenzte Wärmestrahlung), EI (thermisch dämmend). Gängige Klassen: EI30 und EI60. Das Glas enthält pyrotechnische Schichten (Borosilikat-Einlagen oder Hydrogel-Zwischenlagen), die im Brandfall aufschäumen und Wärmedurchgang unterdrücken – optisch nicht von Klarglas zu unterscheiden. Entscheidend: Die Brandschutzwirkung gilt nur für das bauaufsichtlich zugelassene Gesamtsystem (Glas, Rahmen, Beschlag, Zarge, Wandanschluss) mit abZ oder ETA. Wird nachträglich nur der Türschließer oder das Schloss getauscht, erlischt die Zulassung – mit direkt haftungsrelevanten Konsequenzen für Eigentümer und ausführenden Betrieb.
Welche Schäden entstehen durch falsch ausgeführte Bohrungen in ESG – und wie werden sie vermieden?
ESG darf ausschließlich vor dem Temperprozess gebohrt werden – nachträgliche Bohrungen setzen die innere Vorspannung schlagartig frei und führen zum sofortigen Sprödbruch. Selbst korrekt vorgefertigte Bohrungen erzeugen an der Bohrlochkante erhöhte Zugspannungen; Herstellervorgaben empfehlen daher einen Mindestrandabstand von 80–100 mm zur Scheibenkante. Zwischen Metallbeschlag (Edelstahl, Aluminium) und Glas muss stets eine Neopren- oder EPDM-Zwischenlage (1–2 mm) eingelegt werden. Wird sie weggelassen oder durch übermäßiges Anzugsmoment gequetscht, entstehen lokale Biegespannungskonzentrationen an der Bohrlochzone, die erst 6–18 Monate nach dem Einbau zum Glasbruch führen können. Patch-Beschläge sind deshalb grundsätzlich mit Drehmomentschlüssel nach Herstellerangabe anzuziehen.
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Technische Grundlagen: DIN EN 12600 (Pendelschlagprüfung Glas), DIN EN 12150 (ESG), DIN EN 14449 (VSG), DIN EN 13501-2 (Brandklassifizierung), DIN 18202 (Maßtoleranzen im Hochbau), DIN EN 356 (Einbruchhemmung Verglasung).

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