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Leistungsseite Fenster & Türen

Kellerfenster einbauen lassen Berlin – Fachgerechter Einbau mit Abdichtung & Wärmeschutz

Der Einbau von Kellerfenstern ist technisch anspruchsvoller als bei Obergeschossfenstern: Abdichtung, Lichtschacht, Wärmebrücken und Einbruchschutz müssen aufeinander abgestimmt sein — besonders bei erdberührenden Bauteilen mit erhöhter Feuchtigkeitsbelastung.

Entscheidend ist der Leibungsanschluss zur Kelleraußenwandabdichtung: Wird er nicht normgerecht ausgeführt, entstehen Feuchtigkeitsschäden, die erst Jahre später sichtbar werden. Gleichzeitig verlangt das GEG beim Fensteraustausch in beheizten Kellerbereichen einen Uw-Wert von maximal 1,3 W/(m²K).

Leistungsumfang

Was umfasst der Kellerfenster-Einbau?

  • Bestandsaufnahme: Wandstärke, Sturzhöhe, Abdichtungstyp (Bitumen-Schweißbahn / WU-Beton / Innenabdichtung) und Wasserdruckklasse nach DIN 18533
  • Rohbauöffnung herstellen oder erweitern inkl. Sturzsicherung (Hilfssturz oder Nadeln je nach Mauerwerksgefüge und Lastpfad)
  • Fensterrahmen-Einbau nach RAL-Montage-Richtlinie: schlagregendichtes Anschlussband außen, diffusionsoffene Fuge innen, Leibungsdämmung zur Wärmebrückenminimierung
  • Normgerechter Anschluss des Blendrahmens an die Kelleraußenwandabdichtung — Anschlussmanschette oder Flüssigfolie mit ≥ 5 cm Überlappung auf den Rahmen (DIN 18533)
  • Lichtschacht-Montage mit belastetem Deckelgitter (Belastungsklasse nach Standort) und Anschluss an Drainage nach DIN 4095 oder Sickerkieskoffer mit Filtervlies
  • Innen- und Außenlaibung schließen, Anschlussfugen dauerhaft elastisch abdichten, Einbauprotokoll inkl. Uw-Nachweis für GEG-Dokumentation

Für Aufenthaltsräume im Keller (Büro, Hobbyraum, Schlafraum) gelten gegenüber Lager- und Technikräumen erhöhte Anforderungen an Wärmeschutz, Tageslicht und Schallschutz — diese Unterscheidung bestimmt Fensterwahl, Einbauaufwand und die Notwendigkeit einer Lüftungslösung.

≥ 0,70fRsi-Mindestwert Schimmelschutz (DIN 4108-2)
1,3 W/(m²K)GEG-Höchstwert Uw bei Fenstertausch (Anlage 7)
300 Bq/m³Radon-Referenzwert Innenraum (StrlSchG 2017)
10–20 mmplanmäßige Fugenbreite für regelkonformen Anschluss
Einbauebene und Wärmebrücke: Ψ-Vergleich der drei Positionen – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Warum die Dampfdiffusionsrichtung über Schimmel und Bauteilschäden entscheidet

Drei-Ebenen-Abdichtung am Kellerfensteranschluss

Der regelkonforme Einbau folgt dem Drei-Ebenen-Prinzip der ift-Montagerichtlinie (Institut für Fenstertechnik Rosenheim): außen schlagregendicht und diffusionsoffen (Sd ≤ 0,3 m), in der Mitte winddicht und wärmedämmend, innen luftdicht und dampfbremsend (Sd ≥ 0,7 m). Entscheidend ist dabei das Prinzip 'innen dichter als außen' — die innere Folie muss stets einen höheren Dampfdiffusionswiderstand aufweisen als die äußere.

Bei Kellerfenstern verschärft sich die Problematik erheblich: Die Leibung besteht häufig aus Beton oder Kalksandstein mit hoher Wärmeleitfähigkeit, und die Raumluft im Keller ist typischerweise feuchter als in Wohnräumen. Eine außen zu dichte Abklebung — z. B. bituminöses Klebeband ohne Sd-Wert-Nachweis — blockiert den Feuchtedurchgang nach außen und führt dazu, dass kondensierendes Wasser im Fugenkern Kompriband und Mineralwolledämmung dauerhaft zerstört.

Praxis-Hinweis: Kompribänder müssen auf die planmäßige Fugenbreite und die Außenklimabedingungen des konkreten Einbauorts ausgelegt sein. Ein Band, das außerhalb seines Expansionsbereichs bleibt, verliert seine Dichtwirkung vollständig — eine häufige Schadensursache bei scheinbar korrekt ausgeführten Einbauten.

Querschnitt durch die Anschlussfuge eines Kellerfensters mit innerer Dampfbremse, Kompriband-Dämmkern und außen diffusionsoffener Ebene an der Betonleibung.
Preise & Kosten

Was kostet Kellerfenster einbauen?

Berliner Marktpreise für fachgerechten Einbau inkl. Fugenabdichtung und Entsorgung. Wesentliche Kostentreiber sind Mauerwerksart, Sturzkonstruktion und ob ein neuer Lichtschacht gesetzt wird.

LeistungPreis-Spanne (Richtwert)
Kellerfenster Kunststoff, Größe 60×40 bis 100×60 cm (Material)150–350 EUR/Stk.
Kellerfenster Stahl (verzinkt oder pulverbeschichtet)350–750 EUR/Stk.
Lichtschacht Kunststoff bis 60×60 cm (Material)80–180 EUR/Stk.
Lichtschacht Beton-/Fertigteil (Material)220–480 EUR/Stk.
Stemmarbeiten in Mauerziegel oder Kalksandstein80–140 EUR/h
Aufpreis Stahlbetonsturz (Trennschnitt, Stützung, Sturz neu)200–450 EUR pauschal
Montage + Drei-Ebenen-Fugenabdichtung je Fenster250–450 EUR/Stk.
Abdichtungsanschluss Außenleibung (je Laufmeter)55–110 EUR/lfm
Druckwasserdichte Sonderkonstruktion (Dichtrahmen, VSG)Aufpreis 300–800 EUR/Stk.
Gesamtpaket Standard (1 Kellerfenster, einfaches Mauerwerk)650–1.200 EUR
Gesamtpaket komplex (Stahlbeton, Lichtschacht, VSG)1.500–2.900 EUR

Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

Warum das Bestellmaß nicht aus dem Grundrissplan stammen darf

Rohbaumaßtoleranzen bei der Kellerfenstermontage

DIN 18202 (Toleranzen im Hochbau) regelt in Tabelle 2 die streckenabhängigen Grenzabmaße für Wandöffnungen. Bei Öffnungsbreiten bis 1 m sind Abweichungen von planmäßig bis zu ±12 mm zulässig — eine nominell 80 cm breite Rohbauöffnung kann normkonform zwischen 78,8 und 81,2 cm liegen. Das Fensterbestellmaß muss diese Toleranz als beidseitig geplante Fugenreserve einkalkulieren.

Die ift-Montagerichtlinie fordert eine Mindestfugenbreite von 8 mm, damit Kompriband und Montageschaum ihre Dichtwirkung vollständig entfalten. Unterschreitet die reale Fuge dieses Maß — weil Sturz oder Leibung abweichen — versagt die äußere Abdichtungsebene mechanisch. Empfehlung aus der Einbaupraxis: planmäßig 15 mm Fuge je Seite bei Mauerwerk, 20 mm bei Stahlbeton.

Der häufigste Bestellfehler: Das Fenstermaß wird direkt aus dem Architekturplan entnommen, ohne Aufmaß am fertigen Rohbau. Kommt es zum Übermaß der Öffnung, muss die Fuge mit Spezialmörtel verfüllt werden — Mehraufwand, der durch ein korrektes Aufmaß vor der Bestellung vollständig vermeidbar wäre.

Interaktiv

Mindest-Fensterfläche nach BauO Bln §48 berechnen

§48 Berliner Bauordnung schreibt für Aufenthaltsräume natürliche Belichtung vor: Die lichte Glasfläche muss mindestens 1/10 der Raumgrundfläche betragen. Die Rohbauöffnung übersteigt die reine Glasfläche um ca. 15 % (Blendrahmen + Einbautoleranz nach RAL Montageleitfaden 01). Lichtschacht: lichte Breite mindestens 600 mm, Tiefe mindestens 500 mm unterhalb Unterkante Blendrahmen — beides Pflicht für die baurechtliche Abnahme in Berlin.

Kellerfenster (Rahmen + Verglasung, eingebaut)
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

So gehen wir vor

Ablauf: Fachgerechter Einbau eines Kellerfensters

1

Aufmaß und Baukörperanalyse

Bestandsaufnahme von Mauerwerksart, Sturzkonstruktion (Stahlträger, Stahlbeton, Sturzkörper), vorhandener Abdichtungsebene und Rückstausituation. Erst nach Aufmaß am fertigen Rohbau erfolgt die Fensterbestellung — nie nach Planmaß.

2

Öffnung herstellen oder anpassen

Bei Neueröffnung: Stemmarbeiten mit Sturzeinbau (Stahlfertigbalken oder Betonfertigsturz). Bei Austausch: Altes Fenster rückstandsfrei entfernen, Laibung auf Hohlräume, Feuchteflecken und Karbonisierungstiefe prüfen.

3

Montageebene festlegen und Fenster setzen

Positionierung nach Wärmedämm- und Abdichtungskonzept: Das Fenster soll möglichst in oder bündig zur Dämmebene eingebaut werden, um thermische Brücken am Laibungsanschluss zu minimieren. Ausrichten mit Nivellierkeilen, Fixierung mit korrosionsgeschützten Rahmendübeln in ausreichender Einbindetiefe.

4

Drei-Ebenen-Fugenabdichtung

Außen Kompriband oder Abdichtungsfolie (diffusionsoffen, schlagregendicht, Sd ≤ 0,3 m), Mitte PU-Schaum oder Mineralwolle (wärmedämmend, windicht), innen Dampfbremsfolie oder Dichtband (luftdicht, Sd ≥ 0,7 m). Keine Ebene darf überbrückt oder weggelassen werden.

5

Fensterbank, Lichtschacht und Wasserableitung

Außenfensterbank mit mindestens 5 % Gefälle und umlaufender Tropfkante einbauen. Lichtschacht mit Wasserableitung (Drainageanschluss oder Kiesschüttung) versehen. Anschluss der Fensterbank seitlich und rückseitig mit dauerelastischem Dichtstoff an die Außenwandabdichtungsebene schließen.

6

Funktionsprüfung und Einbauprotokoll

Öffnungs- und Verriegelungsfunktion, Anschlagdichtungen und Fugenqualität kontrollieren. Bei luftdichtigkeitsrelevanten Einbauten Teilbereich-Blower-Door-Test erwägen. Einbauprotokoll mit Fensterbezeichnung, Uw-Wert, Fugenmaterialien und Einbaudatum für spätere GEG-Nachweise sichern.

Lichtschacht: regelkonformer Drainageschichtaufbau – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Warum der Laibungsanschluss gefährlicher ist als das Glas selbst

Schimmelgefahr am Kellerfenster: fRsi-Wert und Wärmebrückennachweis

Der Temperaturfaktor fRsi nach DIN 4108-2 beschreibt, wie warm die raumseitige Oberfläche im thermisch ungünstigsten Punkt bleibt. Mindestanforderung: fRsi ≥ 0,70 — das entspricht einer Oberflächentemperatur von ≥ 12,6 °C bei Normrandbedingungen (θi = 20 °C, φi = 50 %, θe = –5 °C). Wird dieser Wert unterschritten, entsteht Schimmel allein durch Tauwasserausfall ohne jede weitere Feuchtequelle.

Der kritische Punkt liegt dabei nicht im Glas — eine handelsübliche Zweifachverglasung erreicht fRsi > 0,80 problemlos. Gefährlich ist der Laibungsanschluss: Sitzt das Fenster weit außen in einer ungedämmten Betonlaibung, ergeben Wärmebrückensimulationen nach DIN EN ISO 10211 häufig fRsi-Werte von 0,55–0,65 an Sturz und seitlicher Laibung — weit unter dem Grenzwert.

Abhilfe schafft entweder das Vorversetzen des Fensters in die Dämmebene oder das nachträgliche Dämmen der Leibung mit Calciumsilikatplatten (λ ≈ 0,065 W/(mK)): kapillaraktiv, diffusionsoffen und ohne Dampfsperren-Konflikte. Ein Wärmebrückennachweis im Zuge der Montageplanung ist bei Kellerräumen mit Aufenthaltsnutzung fachlich nicht verzichtbar.

Querschnitt Kellerfenster in Betonlaibung mit Isothermen-Wärmebrückensimulation und Kalziumsilikatplatten-Dämmung zur fRsi-Verbesserung
Im Überblick

Bauarten und Typen von Kellerfenstern

Festverglasung (Festfeld)

Günstigste Variante ohne bewegliche Teile — kein Lüftungsflügel, keine Beschläge, wartungsarm. Geeignet für Nebenräume ohne Aufenthaltsnutzung. Nachteil: keine natürliche Belüftung; bei hoher Raumfeuchte nur mit Zusatzlüftung sinnvoll.

Dreh-Kipp-Kellerfenster

Bietet Kippstellung zur Dauerlüftung und vollen Öffnungsflügel für Reinigung und Notausgang. Für Kellerräume mit Aufenthaltsnutzung sinnvoll. Erfordert ausreichend Spielraum vor dem Lichtschacht für den Flügelaufschwung — häufig unterschätzt.

Stahlfenster (verzinkt oder pulverbeschichtet)

Schlanke Profile (25–40 mm Ansichtsbreite) maximieren den lichten Glasanteil bei gegebener Wandöffnung. Thermisch ungünstig: Uf = 5,0–6,5 W/(m²K). Zwingend: Wärmebrückendetailplanung und gedämmte Laibung. Ästhetisch markant, oft in Altbauten und Industriegebäuden gefordert.

Kunststoff-Kellerfenster (PVC)

Marktdominant durch gute Uf-Werte (1,2–1,5 W/(m²K)), vollständige Korrosionsbeständigkeit und vergleichsweise niedrige Kosten. Profile in Weiß sowie mit Dekorfolien erhältlich. Bei sehr kleinen Einbaumaßen eingeschränkt durch Mindestprofilbreiten.

Druckwasserdichte Sonderkonstruktion

Für Bereiche unterhalb des örtlichen Rückstauniveaus oder in hochwassergefährdeten Lagen. Umlaufende Anpressdichtrahmen, verstärkte Beschläge, VSG-Verglasung. Die zulässige Wasserkolonnenhöhe (typisch 0,5–1,5 m WS) muss mit der standortspezifischen Gefährdungsanalyse abgeglichen werden.

Kippflügel mit Festverglasung (Kombination)

Schmaler Lüftungsflügel (oft 10–15 cm Höhe) kombiniert mit festem Unterlicht. Kompromiss zwischen Dauerlüftung und Einbruchschutz — das geringe Öffnungsmaß erschwert das Durchsteigen erheblich. Häufig als Nachrüstlösung in vorhandenem Rahmen möglich.

DIN 18008 und TRAV definieren den Glastyp — nicht das subjektive Sicherheitsgefühl

Sicherheitsglas im Lichtschacht: Wann ESG reicht und wann VSG Pflicht ist

ESG (Einscheiben-Sicherheitsglas) ist für vertikale Kellerfenster in der Regel ausreichend, sofern kein Absturzrisiko in den Lichtschacht besteht und die Bemessung innerhalb der Klassen nach DIN 18008-1/-2 (Bemessung und Konstruktion von Glas im Bauwesen) liegt. ESG zerspringt bei Bruch in stumpfe Partikel — das Verletzungsrisiko ist begrenzt, Scherben fallen jedoch unkontrolliert in den Lichtschacht.

VSG (Verbund-Sicherheitsglas) wird nach den Technischen Regeln für absturzsichernde Verglasungen (TRAV) zwingend gefordert, sobald die Verglasung selbst die Absturzfunktion übernimmt — etwa bei einer horizontalen oder geneigten Glasabdeckung des Lichtschachts, auf die Personen fallen könnten. Der Mindestaufbau richtet sich nach dem spezifischen Lastfall und ist statisch nachzuweisen; pauschal angegebene Scheibendicken ohne Bemessung sind nicht regelkonform.

Der häufige Denkfehler in der Planung: Wer einen Metallrost als Lichtschachtabdeckung einsetzt, der die Absturzfunktion übernimmt und die Lastanforderungen erfüllt, kann das seitliche Fensterglas mit ESG ausführen. Wer stattdessen eine transparente Glasabdeckung für den Lichtschacht wählt, benötigt VSG in dieser Abdeckung — das Fensterglas selbst bleibt davon unberührt.

Lösungs-Finder

Kellerfenster-Konfigurations-Finder

Welche Nutzung und Anforderungen hat der Kellerraum?

Rahmen: PVC ungefüllt, Uf ≤ 1,8 W/m²K ausreichend. Glas: Zweifach-ISO 4/16/4, Ug ≤ 1,1 W/m²K. Abdichtung: Kompriband nach DIN 18542, außen schlagregendicht, innen luftdicht; PE-Dampfbremse innen. Lichtschacht: PP-Kunststoff, 60 × 60 cm Mindestmaß, kein ständiger Entwässerungsanschluss zwingend. Einbruchschutz RC1 genügt.
Rahmen: Holz-Alu oder Alu, thermisch getrennt, Uf ≤ 1,4 W/m²K. Glas: Dreifach-ISO, Ug ≤ 0,7 W/m²K, VSG-Innenscheibe (2 × 4 mm) nach DIN EN 14449. Abdichtung: Montage nach RAL Montageleitfaden 01, sd innen ≥ 2 m, sd außen ≤ 0,3 m (diffusionsoffen). Lichtschacht: Stahl feuerverzinkt oder Beton, lichte Weite ≥ 800 mm, Reinigungsöffnung, Entwässerungsanschluss DN 100. Einbruchschutz RC2 empfohlen.
Rahmen: Alu, vollflächig abgedichtet, Anschluss über Dichtflansch und Klemmschiene. Glas: VSG 2 × 5 mm (P6B nach DIN EN 356), Ug ≤ 0,7 W/m²K. Abdichtung: Bauwerksabdichtung nach DIN 18533-1, Einwirkungsklasse W2-E (drückendes Wasser), Anschlussblech mit Flanschdichtung. Lichtschacht: Beton oder GFK mit einlaminierter Sohlplatte, Tauchpumpe DN 100 im Sumpf, Abdeckrost Klasse B 125 (≥ 12,5 kN). Statikernachweis erforderlich.
Rahmen: Alu mit umlaufender Stahlverstärkung, geprüft nach DIN EN 1627. Glas: RC2: VSG mindestens P5A (z.B. 2 × 5 mm); RC3: mindestens P6B (z.B. 2 × 8,76 mm) — Prüfzeugnis nach DIN EN 356 erforderlich. Beschläge: RC2 mind. 2 Sicherheitszapfen je Seite; RC3 mehrpunktig mit Pilzzapfen ∅ ≥ 18 mm, geprüft nach DIN EN 1630. Lichtschacht: Stahl-Gitterrost Edelstahl A2 mit Sicherheitsschloss, ebenfalls Widerstandsklasse RC2/RC3. Einbauprotokoll für Versicherungsnachweis erstellen.
Technische Daten

Technische Kennwerte: Kellerfenster im Überblick

Uf Rahmen Kunststoff (PVC, 3-Kammer)1,2–1,5 W/(m²K)
Uf Rahmen Stahl (ungedämmt)5,0–6,5 W/(m²K)
Uf Rahmen Aluminium (gedämmt)1,8–2,5 W/(m²K)
Ug Zweifachverglasung (Wärmeschutz-IG)1,0–1,1 W/(m²K)
Ug Dreifachverglasung0,5–0,7 W/(m²K)
Uw gesamt typisches Kunststoff-Kellerfenster1,1–1,4 W/(m²K)
GEG-Höchstwert Uw bei Tausch (Anlage 7 GEG)1,3 W/(m²K)
fRsi-Mindestwert Schimmelschutz (DIN 4108-2)≥ 0,70
Mindestfugenbreite Einbau (ift-Richtlinie FE-07/4)≥ 8 mm
Schallschutz Zweifachverglasung Rw (ca.)28–32 dB
Einbruchschutzklasse Empfehlung KellerRC 2 nach DIN EN 1627
Rahmensichtbreite Stahlfenster25–40 mm
Rahmensichtbreite Kunststofffenster60–120 mm
Einbruchschutz-Widerstandsklassen RC 1 – RC 3 im Vergleich – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Warum die Fensterfuge zum Eintrittspfad für radioaktives Bodengas wird

Radon und Kellerfenster: Luftdichter Einbau als unterschätzter Gesundheitsschutz

Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas, das aus Böden und Gesteinen aufsteigt und in schlecht belüfteten Kellerräumen erhebliche Aktivitätskonzentrationen erreichen kann. Das Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) 2017 legt einen Referenzwert von 300 Bq/m³ für die mittlere Aktivitätskonzentration in Innenräumen fest; ab diesem Wert werden Sanierungsmaßnahmen empfohlen.

Kellerfensteranschlüsse sind neben Bodenplattendurchdringungen eine der häufigsten Eintrittsstellen für Radon. Fugen zwischen Rahmen und Mauerwerk, nicht vollflächig verklebte Dampfbremsfolien oder eine fehlende innere Abdichtungsebene ermöglichen direkten Luftaustausch mit dem Erdreich. Ein luftdicht ausgeführter Einbau — mit vollflächig an die angrenzende Luftdichtheitsschicht angeschlossener Innenebene (Sd ≥ 0,7 m) — reduziert den Radonzutritt nachweislich.

Für Berlin und Brandenburg weist das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) insgesamt eine niedrige bis mittlere geogene Radonerwartung aus. Standorte über sandigen Böden oder Kiessanden können jedoch punktuell erhöhte Werte zeigen. Eine Langzeitmessung der Raumluft (≥ 3 Monate, vorzugsweise im Heizhalbjahr) gibt belastbare Sicherheit und kann vor einer aufwendigen Sanierung Klarheit schaffen.

Querschnitt eines luftdicht eingebauten Kellerfensters mit innerer Luftdichtheitsebene und verklebter Anschlussfuge gegen Radonzutritt aus dem Erdreich.

Fenster-Bestellmaß aus dem Grundrissplan — ein klassischer Fehler

Wer das Fenstermaß aus der Architekturzeichnung entnimmt statt am fertigen Rohbau aufzumessen, riskiert Fugen unter 8 mm oder Übermaß, das Nacharbeiten mit Spezialmörtel erfordert. Aufmaß immer nach Abschluss der Rohbauarbeiten — nie vorher bestellen.

Außen zu dichte Abdichtung zerstört die Fuge von innen

Bituminöse Klebebänder oder Butylband auf der Außenseite sperren die Fugendiffusion nach außen. Feuchte akkumuliert im Fugenkern und zerstört Kompriband und Dämmstoff innerhalb weniger Heizperioden. Außen immer diffusionsoffen (Sd ≤ 0,3 m) — innen dampfbremsend.

Laibungsdämmung mitplanen, nicht nur das Fenster tauschen

Ein gutes Fenster (Uw = 1,1 W/(m²K)) in einer ungedämmten Betonlaibung erzeugt am Leibungsanschluss fRsi-Werte deutlich unter 0,70. Calciumsilikatplatten an Sturz und Laibung (≥ 20 mm) verhindern Tauwasser ohne Dampfsperrenkonflikte und sind kapillaraktiv.

Einbruchschutz: Kellerfenster statisch häufigster Einbruchpunkt

Kellerfenster sind laut Polizeistatistik bevorzugte Einbruchstellen. Ab RC 2 (DIN EN 1627) gilt ein Fenster als widerstandsfähig gegen manuellen Einbruchversuch mit üblichem Hebelwerkzeug (Widerstandszeit ≥ 3 Minuten). Kennzeichen: verstärkte Profile, Pilzzapfenverriegelung, Sicherheitsverglasung.

Standardfenster versagen unter hydrostatischem Druck — was wirklich schützt

Hochwasserschutz: Druckwasserdichte Kellerfenster und das Rückstaurisiko

Standard-Kellerfenster sind für Schlagregenbelastung ausgelegt, nicht für stehendes Wasser unter Druck. Liegt die Fensterunterkante unterhalb des örtlichen Rückstauniveaus (in der Regel Straßenoberkante), kann bei Starkregen oder Kanalüberlastung Wasser durch den Fensterfalz eindringen — auch bei geschlossenem Flügel, weil das Anschlagdichtungssystem nicht für hydrostatischen Druck ausgelegt ist.

Druckwasserdichte Kellerfenster verfügen über umlaufende Anpressdichtrahmen, verstärkte Beschläge und VSG-Verglasung. Die herstellerseitig angegebene zulässige Wasserkolonnenhöhe (typisch 0,5–1,5 m WS) muss mit der standortbezogenen Gefährdungsanalyse abgeglichen werden. Als Alternative bei nur gelegentlicher Druckwasserbeanspruchung genügen außen aufschraubbare Hochwasserschutzplatten aus Aluminium oder GFK, die bei Unwetterwarnung manuell befestigt werden.

Ein entscheidender Systemgedanke: Die Druckwasserbeständigkeit des Fensters allein nützt wenig, wenn der Wandflanschanschluss des Lichtschachts undicht ist. Fenster, Lichtschacht-Wandflansch und Kelleraußenwandabdichtung müssen als geschlossenes System geplant und ausgeführt werden — jede Schwachstelle in dieser Kette wird zum Wassereintritt.

Interaktiv

Einbautiefe und Ψ-Wert am Leibungsanschluss

Die Einbauposition des Kellerfensters in der Wandebene ist die stärkste Einzeleinflussgröße auf den linearen Wärmedurchgangskoeffizienten Ψ am Leibungsanschluss. Referenzaufbau: 240 mm Stahlbeton + 120 mm WDVS (λ = 0,032 W/mK); Werte orientieren sich an DIN EN ISO 10211 und DIN 4108 Bbl. 2. Schieberegler = Abstand Blendrahmen-Außenkante von der Wandinnenfläche.

Einbautiefe von Wandinnenfläche
Im Vergleich

Rahmenmaterial im Vergleich: Kunststoff, Stahl, Aluminium

KriteriumKunststoff (PVC)Stahl (verzinkt)Aluminium (gedämmt)
Uf-Wert (Rahmen)1,2–1,5 W/(m²K)5,0–6,5 W/(m²K)1,8–2,5 W/(m²K)
Profilsichtbreite60–120 mm25–40 mm55–90 mm
Glasanteil je Einbaugrößemittelhochmittel bis hoch
Wärmebrückenrisikogeringsehr hochmittel
Korrosionsbeständigkeitsehr hochmittel (bei Beschädigung)hoch
Typische Nutzungsdauer30–40 Jahre30–50 Jahre40–50 Jahre
Farbwahl / OberflächeWeiß + DekorfolienPulverbeschichtungPulverbeschichtung, viele RAL
Relative Materialkostenniedrigmittelhoch
Dreilagen-Fugenabdichtung nach RAL-Montage-Leitfaden (Fenster) – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Der Dichtigkeitsparadox bei feuchten Kellerräumen

Dreifachverglasung im Keller: Wann mehr Dämmwirkung mehr Tauwasser erzeugt

Dreifachverglasung (Ug ≈ 0,5–0,7 W/(m²K)) erhöht die raumseitige Glasoberflächentemperatur — Tauwasser auf dem Glas selbst wird unwahrscheinlicher. Das Problem verlagert sich jedoch: Alte, undichte Kellerfenster funktionierten als unkontrollierte Lüftungsöffnung und transportierten Feuchte aus dem Keller ab. Dichte Dreifachverglasung stoppt diese Infiltration vollständig.

Bei unveränderten Feuchtelasten im Keller — Grundfeuchte, Waschmaschine, Lagerung feuchter Materialien — steigt die relative Raumluftfeuchte nach dem Fenstertausch messbar an, in schlecht belüfteten Kellern um 10–20 Prozentpunkte. Tauwasser bildet sich dann bevorzugt an den kältesten verbleibenden Bauteilen: ungedämmten Stahlträgern, Kaltwasserrohren und Rahmen-Laibungs-Anschlüssen. Das Glas bleibt trocken — die Schäden entstehen woanders.

Konsequenz: Bei Kellerfenstern mit hoher Raumfeuchte ist ein Lüftungskonzept integraler Bestandteil der Planung. Mindestens ein Lüftungsflügel oder eine dezentrale kontrollierte Lüftungsanlage (auch im Keller nachrüstbar) muss den Wegfall der unkontrollierten Infiltration kompensieren — sonst verschiebt Dreifachverglasung das Feuchteproblem, ohne es zu lösen.

Kellerquerschnitt: Tauwasser bildet sich an ungedämmtem Stahlträger, Kaltwasserrohr und Laibungsanschluss, während die neue Dreifachverglasung trocken bleibt.
Kurz erklärt

Wichtige Begriffe rund um Kellerfenster einbauen

fRsi (Temperaturfaktor)
Dimensionsloser Kennwert (Skala 0–1), der beschreibt, wie nah die raumseitige Oberflächentemperatur an der Innenlufttemperatur liegt. Mindestwert 0,70 nach DIN 4108-2 zum Schutz vor Schimmelbildung an der Bauteiloberfläche.
Sd-Wert (äquivalente Luftschichtdicke)
Maß für den Dampfdiffusionswiderstand einer Schicht in Metern. Innen hoher Sd-Wert (dampfbremsend), außen niedriger Sd-Wert (diffusionsoffen) — so diffundiert Feuchte nach außen statt im Fugenkern zu akkumulieren.
Kompriband
Vorkomprimiertes Schaumstoffdichtband, das nach dem Einpressen langsam auf die planmäßige Fugenbreite expandiert. Funktioniert nur innerhalb des produktspezifischen Expansionsbereichs; falsch dimensionierte Bänder bleiben dauerhaft zu schmal und dichten nicht.
ESG (Einscheiben-Sicherheitsglas)
Thermisch vorgespanntes Glas, das bei Bruch in kleine stumpfe Partikel zerfällt. Für vertikale Anwendungen ohne Absturzfunktion geeignet. Für begehbare oder absturzsichernde Verglasungen nicht zugelassen.
VSG (Verbund-Sicherheitsglas)
Zwei oder mehr Glasscheiben mit zwischenliegender Kunststofffolie (PVB). Bei Bruch halten Scherben an der Folie — das Glas behält Resttragfähigkeit. Pflicht bei absturzsichernden Verglasungen nach TRAV.
TRAV
Technische Regeln für die Verwendung von absturzsichernden Verglasungen (ARGEBAU-Musterrichtlinie, in den Landesbauordnungen eingeführt). Definiert Mindestanforderungen an Verglasungen, die Absturzschutzfunktion übernehmen.
Rückstauebene
Maßgebliche Bezugshöhe für Rückstauschutz — in der Regel Straßenoberkante. Entwässerungsöffnungen und Kellerfenster unterhalb dieser Ebene benötigen Rückstauschutz oder druckwasserdichte Ausführung.
ift-Richtlinie FE-07/4
Richtlinie des Instituts für Fenstertechnik Rosenheim zum Einbau von Fenstern und Haustüren. Definiert das Drei-Ebenen-Abdichtungsprinzip, Mindestfugenbreiten und Anforderungen an Dampfdiffusionswiderstandswerte der Abdichtungslagen.
Wo ein scheinbar kleines Detail zum großen Wasserschaden führt

Fensterbank am Kellerfenster: Gefälle, Tropfkante und Abdichtungsanschluss

Die Außenfensterbank am Kellerfenster liegt oft im Spritzwasserbereich oder — bei Lichtschächten — knapp über Geländeniveau. Das Mindestgefälle beträgt nach Fachregel des Glaserhandwerks mindestens 5 % von der Fassade weg; in der Praxis werden 6–8 % empfohlen, da Anschlussfugen unter Belastung setzen und das effektive Gefälle im Laufe der Zeit abnimmt.

Kellerfenster-Nutzungsklassen: Maße und Normreferenzen – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Bauteil-Querschnitt einer Kellerfensterbank mit Gefälle, Tropfkante, seitlicher Dichtfuge und Laibungsabdichtung am Fensteranschluss.

Die Tropfkante — eine umlaufende Unterschneidung an der Vorderkante der Fensterbank mit mindestens 20 mm Überstand — verhindert, dass Wasser kapillar zur Fassade zurückläuft. Fehlt sie, wie bei glatten Fensterbrettern ohne Profilkante, läuft Niederschlagswasser an der Wand entlang direkt in den Anschlussbereich zwischen Bank und Leibung.

Der kritischste Punkt ist der seitliche Bankanschluss an die Laibungsabdichtung: Hier treffen unterschiedliche Materialien aufeinander, Bewegungsfugen sind temperaturbedingt unvermeidlich. Diese Fugen müssen mit dauerelastischem Dichtstoff (Silikon oder PUR-Hybrid) dauerhaft geschlossen sein und an die Außenwandabdichtungsebene anschließen. Ein starrer Putzabschluss reißt bei Dehnung auf und bildet den häufigsten Eintrittspfad für Fassadenwasser in die Leibung.

Das Kellerfenster ist der einzige Bauteil, an dem Außenwandabdichtung, Fugendichtung, Wärmedämmung, Schallschutz und Rückstauschutz gleichzeitig und im engen Zusammenspiel funktionieren müssen. Wer nur das Fenster tauscht, ohne Laibung, Fugenbild und Lichtschacht als System zu betrachten, löst keines seiner Probleme dauerhaft.

Empfehlung aus der Fachplanung: Kellerfenster als Systemanschluss begreifen

Kellerfenster einbauen Fragen & Antworten

Welcher Uw-Wert ist beim Kellerfenster-Austausch nach GEG vorgeschrieben?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG, Anlage 7) schreibt beim Austausch von Fenstern in beheizten Kellerräumen einen maximalen Uw-Wert von 1,3 W/(m²K) vor. Für unbeheizte Keller gilt dieser Grenzwert formell nicht — dennoch empfiehlt sich Uw ≤ 1,6 W/(m²K), um Tauwasserausfall an der Innenscheibe zu vermeiden. Wichtig: Der Uw-Wert gilt für das Gesamtfenster inkl. Rahmen (Uf), nicht nur für den Glasaufbau (Ug). Kellerrahmen mit breitem Profil haben oft schlechtere Uf-Werte als auf den ersten Blick erkennbar.
Wie wird der Fensteranschluss an die Kelleraußenwandabdichtung normgerecht ausgeführt?
Maßgeblich ist DIN 18533 (Abdichtung erdberührender Bauteile, seit 2017). Der Blendrahmen muss fugendicht in die Abdichtungsebene eingebunden werden — entweder über eine werkseitige Anschlussmanschette oder über Flüssigfolie mit mindestens 5 cm Überlappung auf den Rahmen, vollflächig verklebt. Ein häufiger Fehler: Nur außenseitige Silikonabdichtung an der Laibung — das reicht bei kapillar feuchtem Mauerwerk oder Stauwasser nicht. Die Lösung ist eine systemische Anschlussfolge (Abdichtungsebene → Anschlussdetail → Rahmen), die vor Beginn festgelegt werden muss.
Welche Einbruchschutzklasse sollten Kellerfenster mindestens haben?
Kellerfenster auf Geländeniveau oder maximal 9 m von einem begehbaren Bereich entfernt (erreichbar ohne Hilfsmittel) sollten mindestens Widerstandsklasse RC 2 nach DIN EN 1627 erfüllen. RC 2 hält einem Angriff mit einfachem Hebelwerkzeug mindestens 3 Minuten stand. In der Praxis bedeutet das: Mehrfachverriegelung, Stahlverstärkung im Rahmen und Sicherheitsverglasung mindestens der Klasse P4A. Viele Gebäudeversicherungen setzen RC 2 für bodennahe Öffnungen als Policenbedingung voraus — daher lohnt sich die Abstimmung vor dem Kauf.
Wie muss ein Lichtschacht dimensioniert werden?
Der Lichtschacht sollte die Fensterbreite beidseitig um mindestens 20 cm überschreiten, um ausreichend Tageslicht einzulassen — ein praxisbewährter Planungswert. Kritisch ist die Entwässerung: Der Schachtboden muss per Anschluss an die Drainage (DIN 4095) oder über einen Sickerkieskoffer (min. 30 cm Tiefe) mit Filtervlies drainiert werden. Fehlt diese Entwässerung, sammelt sich Niederschlags- und Tauwasser im Schacht und gelangt langfristig durch die Abdichtungsnaht in den Keller. Die Schachtabdeckung muss der Belastungsklasse des Standorts entsprechen — auf befahrbaren Flächen mindestens Klasse B (125 kN nach EN 124).
Kann ein Kellerfenster auch bei drückendem Wasser (Stauwasser) eingebaut werden?
Grundsätzlich ja, aber mit erheblichem Mehraufwand. Bei drückendem Wasser oder aufstauendem Sickerwasser (Lastfall W2.1-E nach DIN 18533) reicht eine Standard-Außenwandabdichtung nicht — erforderlich ist entweder eine WU-Beton-Konstruktion (Weiße Wanne) mit wasserdichter Einbaubox oder eine druckwasserfeste Innenabdichtung mit Drainagepanelen. Der Rahmen selbst muss für hydrostatischen Druck ausgelegt sein; handelsübliche Kunststoff-Blendrahmen sind dafür nicht konstruiert. In der Praxis wird bei W2.1-E-Bedingungen oft auf das Kellerfenster verzichtet und stattdessen ein gedämmter Lüftungskanal geplant.
Brauche ich für den Kellerfenster-Einbau eine Baugenehmigung?
Der gleichformatige Austausch eines bestehenden Kellerfensters ist in Berlin nach § 61 BauOBln in der Regel genehmigungsfrei. Sobald die Rohbauöffnung vergrößert wird, liegt eine Änderung am Baukörper vor — genehmigungspflichtig, wenn tragende Bauteile oder das Erscheinungsbild der Fassade betroffen sind. Für denkmalgeschützte Gebäude gilt grundsätzlich Genehmigungspflicht auch beim gleichformatigen Tausch, da Fenstereinteilung und Material dem Erscheinungsbild zuzuordnen sind. Im Zweifelsfall genügt eine kurze formlose Anfrage beim Berliner Bezirksamt — Negativzeugnisse sind für genehmigungsfreie Vorhaben nicht erforderlich.
Welche Wärmebrücken entstehen am Kellerfenster und wie werden sie minimiert?
Die kritischste Wärmebrücke liegt am Übergang Blendrahmen / Kellermauerwerk: Fehlt eine Leibungsdämmung, sinkt die raumseitige Oberflächentemperatur unter den Taupunkt — bei 20 °C / 50 % rel. Feuchte liegt dieser bei ca. 9,3 °C. Normatives Ziel ist ein temperaturbezogener Feuchteschutzfaktor fRsi ≥ 0,70 (DIN 4108-2), der Schimmelbildung ausschließt. In der Praxis: Leibungsdämmung mit Mineralwolle oder Hartschaum, Einbautiefe des Fensters möglichst weit in die Wärmedämmebene ziehen. Der häufigste Montagefehler ist das bündige Einsetzen des Rahmens mit der Außenfläche — damit liegt der gesamte Rahmen in der Kältezone und die Leibung schimmelt.
Welche Anforderungen gelten bei Kellerfenstern für Aufenthaltsräume (Büro, Hobbyraum)?
Bei Aufenthaltsräumen im Keller greifen gegenüber Lager- und Technikräumen drei zusätzliche Anforderungsebenen: Erstens Tageslicht — der Fensterflächenanteil sollte mindestens 1/10 der Raumgrundfläche betragen (Musterbauordnung, in Berlin über § 47 BauOBln geregelt). Zweitens Schallschutz — für Büro und Wohnen gilt nach DIN 4109 ein Mindestschalldämm-Maß Rw von 35 dB für das Fenster. Drittens Lüftung — ohne mechanische Lüftungsanlage muss das Fenster öffenbar sein und ausreichend Querlüftung ermöglichen. Diese drei Kriterien — Licht, Schall, Lüftung — bestimmen die Fenstergröße und -ausstattung bei Kellerumnutzungen maßgeblich.
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