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Abriss & Rückbau Berlin
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Einfamilienh.
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Reihenhaus
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Gewerbe
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Abbrucharbeiten

Gebäude abreißen lassen – Fachbetrieb Berlin

Vor jedem Abbruch steht die Schadstoffkartierung: Gebäude mit Bausubstanz vor 1993 enthalten in mehr als 60 % der Fälle asbesthaltige Materialien – in Bodenbelagsklebern, Spachtelmassen, Faserzement-Dachdeckungen und Nachtspeicherheizungen. Die TRGS 519 verpflichtet zur Erkundung, bevor eine Abbruchmaßnahme rechtskonform beginnen kann.

Die Abbruchkosten hängen weniger von der Gebäudegröße als von Tragwerk, Schadstoffgehalt und Zugänglichkeit ab. Wer diese Kostentreiber kennt, kann Angebote realistisch einordnen, Nachkalkulations-Risiken erkennen und den Ablauf gezielt planen.

Leistungsumfang

Was umfasst ein Abbruchauftrag?

  • Schadstoffkartierung & Probenahme nach TRGS 519/521 mit Gutachten
  • Abbruchgenehmigung beantragen und behördliche Abstimmung koordinieren
  • Schadstoffsanierung (Asbest, KMF, Teer) vor Abbruchbeginn
  • Selektiver Rückbau verwertbarer Fraktionen (Metall, Holz, Beton, Gips)
  • Maschineller Gebäudeabbruch inkl. Erschütterungsüberwachung nach DIN 4150-3
  • Vollständige Materialentsorgung mit Wiegenachweis und Entsorgungsbelegen

Abbrucharbeiten in Berlin erfordern koordiniertes Vorgehen: Schadstoffgutachter, Statiker für den Nachbarschutz, Baugenehmigungsbehörde und Entsorgungslogistik müssen zeitlich abgestimmt sein. Der Leistungsumfang reicht von der ersten Bestandsaufnahme bis zur besenreinen Übergabe der freigelegten Grundfläche.

5 mm/sDIN 4150-3: Erschütterungsgrenzwert Wohngebäude (Fundamentebene)
7 FraktionenMindest-Trennung nach GewAbfV — Pflicht am Anfallort
25–120 €/m³Abbruchkosten je nach Verfahren und Bauteil
bis 300 m³Verfahrensfreier Abbruch nach §62 BauO Bln (Brutto-Rauminhalt)
Deponieklassen DK 0–III: Abbruchmaterial und Entsorgungswege – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Selektiver Rückbau: Was KrWG und Gewerbeabfallverordnung vorschreiben

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG §5) verpflichtet zur Verwertung vor der Beseitigung — beim Abbruch konkretisiert die Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) dies auf mindestens sieben getrennt zu erfassende Fraktionen: Beton, Ziegel und Kalksandstein, Fliesen und Keramik, Metalle, Glas, Kunststoffe sowie Dämmstoffe. Die Trennung muss am Anfallort (Baustelle) erfolgen, sofern technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar.

In Berlin prüft die Senatsverwaltung die Entsorgungsnachweispflicht — fehlende Begleitscheine oder nicht nachgewiesene Fraktionierung können Bußgelder bis 10.000 € auslösen. Praktisch bedeutsam: Gemischter Bauschutt ohne Sortiernachweis wird zu erheblich höheren Preisen angenommen als getrenntes Material, was den selektiven Rückbau wirtschaftlich rechtfertigt.

Erklär-Grafik: selektiver Rückbau mit getrennten Containern für Ziegel, Beton, Holz und Mischschutt sowie Begleitschein-Nachweis auf Berliner Baustelle.
Preise & Kosten

Was kostet Abriss in Berlin?

Richtwerte für Abbruchkosten in Berlin (netto, Stand 2024/25). Tatsächliche Kosten hängen von Schadstoffbelastung, Zufahrt, Bauteilart und Entsorgungsweg ab.

LeistungPreis-Spanne (Richtwert)
Maschineller Abbruch, Stahlbeton25–60 €/m³
Maschineller Abbruch, Mauerwerk20–45 €/m³
Handabbruch / selektiver Rückbau60–120 €/m³
Gesamtabbruch Einfamilienhaus (pauschal)15.000–45.000 €
Asbest-Entsorgung, schwach gebunden500–2.500 €/t
Bauschutt-Entsorgung gemischt (Deponieklasse 2)35–65 €/t
Schadstoffkartierung (Gebäude)800–3.500 €
Erschütterungsmonitoring (Projekt)800–2.500 €

Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

Asbest und Mineralfasern: TRGS 519 und die häufigsten Fehleinschätzungen

Die TRGS 519 'Asbest: Abbruch, Sanierung oder Instandhaltung' unterscheidet nach Expositionshöhe und Produkttyp: Arbeiten an schwach gebundenen Asbestprodukten (Spritzasbest, Asbest-Dämmatten, Rohrummantelungen) erfordern nach §6 GefStoffV eine behördlich bestätigte Zulassung des Betriebs. Arbeiten an fest gebundenen Produkten (Faserzementplatten, asbesthaltige Vinylböden) unterliegen geringeren, aber klar definierten Schutzanforderungen.

Typische Fehleinschätzung in der Praxis: Fliesenkleber, Spachtelmassen und Bitumenbahnen aus der Bauzeit vor 1990 werden ohne Probenahme als asbestfrei angenommen. Chrysotil-Asbest in Klebern ist optisch nicht erkennbar und war in Deutschland bis 1993 im Einsatz. Die Gefährdungsbeurteilung nach GefStoffV ist gesetzlich vorgeschrieben — sie schützt den Auftraggeber vor Haftungsrisiken und verhindert kostspielige Baustopps.

Interaktiv

Abbruchmassen-Kalkulator

Eingabe: Bruttogeschossfläche (BGF) = Grundfläche × Geschossanzahl. Faktor 0,85 m³/m² gilt für Massivmauerwerk — Stahlbeton-Skelett ca. 1,1 m³/m², Holzrahmenbau ca. 0,4 m³/m². Entsorgungspreis inkl. Container-Transport, Berliner Marktpreise 2025.

Schüttvolumen
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

So gehen wir vor

Abbruchprozess: Phasen und Reihenfolge

1

Schadstoffkartierung

Untersuchung auf Asbest, KMF, PCB, PAK und Schwermetalle nach TRGS 519 — vor jeder weiteren Planung, da das Ergebnis Genehmigungspflicht und Kostenrahmen maßgeblich beeinflusst.

2

Genehmigungsprüfung und Tragwerksuntersuchung

Prüfung der Verfahrensfreiheit nach §62 BauO Bln; statische Voruntersuchung mit Abbruchsequenzplan, besonders bei Skelettbau und DDR-Plattenbaukonstruktionen.

3

Selektiver Vorabbau

Demontage schadstoffbelasteter Bauteile, Haustechnik, Fenster und Türen sowie separierungsfähiger Fraktionen vor dem maschinellen Abbruch — GewAbfV-konform zu dokumentieren.

4

Maschineller oder manueller Abbruch

Abbruch nach festgelegter Sequenz; bei Innenstadtlage Erschütterungsmonitoring nach DIN 4150-3 mit Grenzwertüberwachung und Datenlogging in Echtzeit.

5

Fraktionierung und Entsorgung

Vor-Ort-Trennung nach GewAbfV; RC-fähiges Material zur Aufbereitung, Restmaterial mit Entsorgungsnachweis zu zugelassenen Anlagen.

6

Bodeninspektion und Abschlussdokumentation

Sichtprüfung auf Kontaminationen nach Fundamentfreilegung; Abschlussprotokoll mit Mengennachweis und Wiegescheinen für Auftraggeber und Behörde.

Abbruchmethoden im Vergleich: Selektivrückbau, Baggerabbruch, Sprengung – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

DIN 4150-3: Erschütterungsmonitoring und Haftung beim Abbruch

DIN 4150-3 'Einwirkungen auf bauliche Anlagen — Teil 3' legt Anhaltswerte für kurzzeitige Schwinggeschwindigkeiten (vi in mm/s, gemessen am Fundament) fest: Wohngebäude: 5 mm/s (bei 1–10 Hz), Gewerbebau: 20 mm/s, denkmalgeschützte und besonders empfindliche Bauwerke: 2–3 mm/s. Verbreitete Fehlannahme: die Grenzwerte an Decken oder Wandoberflächen zu messen — die Norm bezieht sich ausdrücklich auf die Fundamentebene.

Ohne dokumentiertes Monitoring liegt die Beweislast für Unbeschädigtheit im Schadensfall beim ausführenden Unternehmen. Standard in Berlin bei maschinellem Abbruch: Fotodokumentation benachbarter Fassaden (Beweissicherung durch Sachverständigen) vor Baubeginn sowie kontinuierliches Monitoring mit Datenlogging an mindestens zwei Messpunkten — als vertraglich vereinbarter Leistungsbestandteil.

Querschnitt einer Abbruchstelle mit zwei Geophon-Messpunkten am Nachbarhaus, Datenlogger und Fassaden-Beweissicherung nach DIN 4150-3.
Im Vergleich

Abbruchverfahren im Vergleich

KriteriumMaschinell (Bagger)HandabbruchSelektiver Rückbau
Kosten (Richtwert)25–60 €/m³60–120 €/m³80–150 €/m³
Erschütterung / Lärmhochgeringsehr gering
Recyclingquote50–70 %60–80 %85–95 %
Geschwindigkeithochmittelniedrig
Innenstadtlage geeignetbedingtgutsehr gut
GewAbfV-Nachweiserhöhter Aufwandmitteloptimal erfüllbar

Tragwerksuntersuchung vor dem Abbruch: unterschätzter Planungsschritt

Eine strukturelle Voruntersuchung ist nach den Technischen Regeln für Abbrucharbeiten (Merkblätter des Deutschen Abbruchverbands) für Gebäude ab mittlerer Komplexität empfohlen — bei Ingenieurbauwerken, Hochhäusern und Plattenbauweise faktisch unerlässlich. Das Risiko ohne Untersuchung: unbekannte Lastabtragungswege (einseitig gespannte Decken, Hängewerke, Verbundkonstruktionen) können bei Teilabbrüchen zum unkontrollierten Einsturz führen.

Beim DDR-Großtafelbau (Typen WBS 70, IW 64, P2) sind tragende Querwände als Schottenwände ausgeführt — ein fehlerhafter Abbruchsequenzplan kann Ketteneinstürze auslösen. Die statische Voruntersuchung liefert zudem den Eingabeplan für den Abbruchsequenzplan, der nach Berliner Abbruchvorschriften Bestandteil der Genehmigungsunterlagen sein kann.

Lösungs-Finder

Abbruchverfahren-Assistent

Welche Kombination beschreibt Ihr Vorhaben am besten?

Baggerabbruch mit Hydraulikgreifer oder -hammer empfohlen: effizientester Verfahrensweg, Trennung der Fraktionen AVV 170101–170107 direkt auf der Abbruchstelle möglich. Gemäß §60 BauOBln Abbruchgenehmigung bei der Unteren Bauaufsicht Berlin beantragen. Richtwert EFH: 3–5 Werktage Abbruchzeit.
Selektiver Rückbau (kontrollierter Handabbruch) erforderlich: schichtweiser Abtrag von oben nach unten, statische Sicherung der Restkonstruktion, ggf. Unterfangung nach DIN EN 1997-1. Kostenmultiplikator 2–3× gegenüber Baggerabbruch. Standsicherheitsnachweis für Nachbarbebauung durch Statiker vor Beginn Pflicht.
Hochreichabbruch mit Langstielbagger (Reichweite bis 28 m) oder Abbruchroboter für deckennahe Bereiche. Ab BGF >5.000 m² Sprengung als Kostenalternative prüfen (Genehmigungsverfahren 3–6 Monate, Sicherheitszone ≥200 m erforderlich). Bewehrungsstahl als Wertstoff-Fraktion trennen und gesondert vermarkten (ca. 150–250 EUR/t Schrottwert).
Schadstoffsanierung vor Abbruchbeginn zwingend — Reihenfolge: Deklarationsanalyse → Sanierungskonzept nach TRGS 519 (Asbest) bzw. TRGS 521 (KMF) → Entsorgungsnachweis → Freimessung. Abbruch erst nach behördlicher Freigabe. Sanierungskosten betragen typisch 30–60 % der Gesamtabbruchkosten; PCB-belasteter Beton kann Sonderabfallstatus (AVV 170503*) auslösen.
Selektiver Innenabbruch: Bauteilkatalog nach Umbauplanung erstellen, tragwerksrelevante Elemente kennzeichnen. Abbruchplan nach §16 MBO vor Beginn erforderlich. Wiederverwendbare Fraktionen (Fenster, Stahlelemente, Dachziegel) nach §6 KrWG getrennt erfassen — reduziert Entsorgungskosten und senkt den effektiven Materialfaktor erheblich.

Asbestverdacht bei Baujahr vor 1990 — immer kartieren lassen

Auch ohne sichtbaren Asbest: Kleber, Spachtelmassen und Dachbahnen dieser Bauzeit enthalten häufig Chrysotil. Eine Probenahme durch akkreditierte Gutachter kostet 200–600 € und verhindert Bußgelder nach ChemikalienG sowie Fehlentsorgung mit gravierenden Haftungsfolgen.

Beweissicherung vor Abbruchbeginn — Aufwand vs. Risiko

Fotodokumentation aller sichtbaren Risse und Schäden an Nachbargebäuden, durchgeführt und unterschrieben von einem Sachverständigen vor Baubeginn, schützt vor ungerechtfertigten Schadensersatzansprüchen. In Berlin bei maschinellem Abbruch heute gängige Praxis.

Berliner Umweltatlas: AV-Flächen kostenlos prüfen

Der FIS-Broker der Senatsverwaltung zeigt Altlastenverdachtsflächen (AV-Flächen) und bekannte Bodenbelastungen. Eine Abfrage vor der Abbruchplanung ist kostenlos und kann teure Überraschungen beim Aushub verhindern.

Rückbauablauf nach LAGA PN 98: Von der Erkundung bis zur Flächenfreigabe – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Abbruchgenehmigung Berlin: Verfahrensfreiheit und ihre Tücken

§62 Abs. 1 BauO Bln erklärt den Abbruch von Gebäuden bis 300 m³ Brutto-Rauminhalt für verfahrensfrei — sofern das Gebäude nicht im Außenbereich liegt, kein Kulturdenkmal ist und keine weiteren öffentlich-rechtlichen Vorschriften entgegenstehen. Diese Verfahrensfreiheit entbindet jedoch nicht von den Pflichten aus GefStoffV, KrWG, GewAbfV, BBodSchG und dem Berliner Denkmalschutzgesetz (DSchG Bln).

Für Gebäude über 300 m³ oder bei Unsicherheiten — denkmalgeschützte Umgebung, Verdacht auf AV-Fläche, Bebauungsplanbindungen — ist eine Abbruchanzeige oder ein Abbruchantrag bei der zuständigen Unteren Bauaufsichtsbehörde (Bezirksamt) erforderlich. Bearbeitungszeiten liegen je nach Bezirk und Komplexität bei 2–8 Wochen — ein Faktor, der bei Projektterminierung regelmäßig unterschätzt wird.

Prozessgrafik: Volumenprüfung über 300 m³, Abbruchantrag beim Bezirksamt, Prüfung von Denkmal- und AV-Flächen, Bearbeitungszeit 2–8 Wochen.
Technische Daten

Technische Kennwerte Abbruch

Schüttdichte Ziegelmauerwerk1.200–1.500 kg/m³
Schüttdichte Stahlbetonteile1.500–1.800 kg/m³
Schüttdichte Mischbauschutt900–1.200 kg/m³
DIN 4150-3: Grenzwert Wohngebäude (1–10 Hz)5 mm/s (Fundamentebene)
DIN 4150-3: Grenzwert empfindliche Bauwerke2–3 mm/s (Fundamentebene)
GewAbfV: Mindest-Fraktionen (Baustelle)7 (Beton, Ziegel, Fliesen, Metall, Glas, Kunststoff, Dämmstoff)
Verfahrensfreiheit Abbruch BauO Bln §62bis 300 m³ Brutto-Rauminhalt
RC-1-Beton: max. Fremdstoffanteil (DIN EN 12620)< 5 %

Ausschreibung nach VOB/C DIN 18459: Fehlerquellen und Nachtragsrisiken

DIN 18459 'Abbruch- und Rückbauarbeiten' (VOB/C, ATV) legt Abrechnungseinheiten fest: Abbruchleistungen werden grundsätzlich nach m³ Bauwerksvolumen abgerechnet, nicht nach Gewicht oder Fläche. Leistungsverzeichnisse, die Abbruch in m² oder Tonnen ausschreiben, erzeugen Mengenunklarheiten — besonders wenn Fundamenttiefen oder Wandstärken nicht bekannt sind.

Häufige Nachtragsauslöser in Berliner Abbruchvorhaben: fehlende Abbruchgrenzen im LV (Fundamentunterkante nicht definiert), keine Regelung für unbekannte Hohlräume (Keller, Brunnen, Schächte), keine Schadstoffklausel bei nachträglich entdecktem Asbest sowie unklare Zuordnung der Entsorgungskosten nach GewAbfV. Eine bauliche Voruntersuchung und ein nach DIN 18459 strukturiertes LV reduzieren Nachtragsrisiken erheblich.

Interaktiv

Schadstoff-Mehrkosten-Schätzer

Richtwert für schwach gebundenen Asbest (Asbestzement-Wellplatten, Fassadenplatten, Bodenbeläge): Deklarationsanalyse, Entfernung, Big-Bag-Verpackung, Entsorgung Deponieklasse DK II. Stark gebundener Asbest (Spritzasbest, Rohrisolierung) liegt 2–4× höher und erfordert ein gesondertes Sanierungskonzept.

Asbesthaltige Bauteilfläche
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

Im Überblick

Abbruchverfahren: Methoden und Einsatzbereiche

Maschineller Abbruch (Hydraulikbagger)

Standardverfahren für Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie kleinere Gewerbebauten. Hydraulikmeißel und -scheren ermöglichen eine gewisse Fraktionierung direkt am Gerät. Erschütterungsintensiv — in dicht bebauten Berliner Lagen nur mit Erschütterungsmonitoring und Beweissicherung vertretbar.

Hochreichweiten-Abbruch

Für Gebäudehöhen ab ca. 15 m: Abbruchbagger mit verlängertem Ausleger (Reichweite bis 30 m). Ermöglicht kontrollierten Abbruch von oben ohne Gerüst oder Sprengung — typisch für Berliner Plattenbauriegel und mehrgeschossige Industriebauten.

Handabbruch / selektiver Rückbau

Manuelle Demontage mit Kleinmaschinen und Trennwerkzeug — notwendig bei engen Zufahrten, Schadstoffbelastung, denkmalgeschützter Umgebung oder hohem GewAbfV-Nachweis-Anspruch. Höchste Fraktionsreinheit (>90 %), günstigste Entsorgungskosten.

Sprengungsabbruch

Sonderverfahren für große Tragstrukturen: Industrieschornsteine, Siloanlagen, Brückenteile. In Berlin selten, da Erschütterungswirkradius und Staubentwicklung in bebauter Umgebung schwer beherrschbar. Erfordert Genehmigung nach Sprengstoffgesetz (SprengG).

DIN 4150-3: Erschütterungsrichtwerte nach Gebäudekategorie – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Altlasten nach dem Abbruch: BBodSchG-Pflichten und Berliner Kataster

Werden nach Abbruch und Fundamentfreilegung Bodenkontaminationen sichtbar — Verfärbungen, Geruch, Ölspuren, Abfalleinlagerungen —, greift §4 BBodSchG: Der Grundstückseigentümer ist zur Erkundung und ggf. Sanierung verpflichtet, unabhängig von der Verursachung. Die BBodSchV definiert Prüfwerte für verschiedene Nutzungsarten, deren Überschreitung konkrete Untersuchungs- und Sanierungspflichten auslöst.

Berlin führt im Umweltatlas (FIS-Broker) eine Karte der Altlastenverdachtsflächen (AV-Flächen) und gesicherter Sanierungsfälle. Eine kostenlose Abfrage vor der Abbruchplanung ist Standard — Entsorgungskosten für kontaminierten Boden (Deponieklasse 2 und 3) liegen bei 80–350 €/t und können Projektbudgets erheblich belasten, wenn sie nicht früh in der Kalkulation berücksichtigt werden.

Querschnitt einer Abbruch-Baugrube mit kontaminierter Bodenzone, Bodenprobe, Aushub und Abtransport zur Deponie in Berlin.
Kurz erklärt

Wichtige Begriffe rund um Abriss

TRGS 519
Technische Regel für Gefahrstoffe 'Asbest: Abbruch, Sanierung oder Instandhaltung' — regelt Schutzmaßnahmen, Expositionsermittlung und Zulassungsanforderungen für Betriebe je nach Asbestprodukttyp und Expositionshöhe.
GewAbfV (Gewerbeabfallverordnung)
Schreibt die getrennte Erfassung von mindestens 7 Baufraktionen am Anfallort vor und verpflichtet zur lückenlosen Dokumentation der Entsorgungswege. Verstöße sind bußgeldbewehrt (bis 10.000 €).
DIN 4150-3
Norm 'Erschütterungen im Bauwesen, Teil 3' — legt Anhaltswerte für Schwinggeschwindigkeiten (mm/s am Fundament) fest, bei denen Schäden an Bauwerken durch Abbruch, Rammung oder Sprengung drohen.
RC-Beton (Recycling-Beton)
Aufbereitetes Abbruchmaterial nach DIN EN 12620. RC-1 (>90 % Beton/Ziegel, <5 % Fremdstoffe) ist als Betonzuschlag bis Festigkeitsklasse C30/37 zulässig; RC-2 und RC-3 nur für ungebundene Tragschichten und Verfüllmaterial.
AV-Fläche
Altlastenverdachtsfläche im Berliner Umweltatlas — Grundstücke mit Verdacht auf Bodenbelastung durch frühere Nutzung (Tankstellen, Reinigungen, Industriebetriebe). Kostenlose Abfrage über FIS-Broker der Senatsverwaltung.
BBodSchG / BBodSchV
Bundes-Bodenschutzgesetz und Bundesbodenschutz- und Altlastenverordnung — regeln Erkundungs- und Sanierungspflichten bei Bodenkontaminationen. §4 BBodSchG: Eigentümer ist sanierungspflichtig unabhängig von der Verursachung.
DIN 18459 (VOB/C)
ATV 'Abbruch- und Rückbauarbeiten' der VOB Teil C — legt Abrechnungseinheiten (m³ Bauwerksvolumen), Nebenleistungen und Gewährleistungspflichten für Abbruchleistungen verbindlich fest.

Recycling-Beton aus Abbruchmaterial: Güteklassen und Einsatzgrenzen

Aufbereiteter Abbruchbeton wird nach DIN EN 12620 'Gesteinskörnungen für Beton' in Güteklassen eingeteilt: RC-1 (mineralischer Anteil >90 %, Fremdstoffanteil <5 %, keine schädigenden Substanzen) ist als Recyclingzuschlag für Stahlbeton bis Festigkeitsklasse C30/37 und Expositionsklasse XC1 zugelassen. RC-2 und RC-3 (höherer Fremdstoffanteil) sind auf ungebundene Tragschichten und Auffüllungen beschränkt.

Kostenstruktur Abbruchprojekt: typische Kostenanteile im Überblick – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Prozessgrafik: sortenreine Trennung auf der Abbruchbaustelle, Brech- und Siebanlage und geprüfte RC-Güteklassen des Recycling-Betons.

Voraussetzung für die Verwertung als RC-Zuschlag ist eine werkseigene Produktionskontrolle mit Fremdüberwachung, typischerweise nach RAL GZ 501 (Gütegemeinschaft Recycling-Baustoffe). Berliner Aufbereitungsanlagen nehmen fraktionsreines RC-Material zu deutlich günstigeren Konditionen an als Mischbauschutt — ein echter Kostenoptimierungsfaktor, wenn bereits auf der Abbruchbaustelle sauber getrennt wird.

Eine Schadstoffkartierung nach TRGS 519 kostet weniger als ein einziger Baustopp-Tag wegen nachträglich entdeckten Asbests — und sie ist gesetzlich vorgeschrieben. Wer sie weglässt, spart an der falschen Stelle.

Praxishinweis Abbruchplanung Berlin

Abriss Fragen & Antworten

Wann ist vor dem Abriss ein Schadstoffgutachten gesetzlich Pflicht?
Vor jedem Abbruch, Umbau oder Rückbau ist eine Schadstofferkundung verpflichtend – nicht erst bei konkretem Verdacht. Die TRGS 519 regelt den Umgang mit asbesthaltigen Materialien, die TRGS 521 die Handhabung künstlicher Mineralfasern (KMF). Gebäude aus der Zeit vor 1993 enthalten statistisch in mehr als 60 % der Fälle Asbest: in Bodenbelagsklebern, Spachtelmassen, Faserzement-Dachdeckungen, Nachtspeicherheizungen und Fensterkittmassen. Das Gutachten klassifiziert Schadstoffarten und -mengen und ist zwingend Bestandteil der Abbruchunterlagen – ein Abbruchunternehmen, das ohne dieses Dokument beginnt, handelt nicht rechtskonform.
Was ist der Unterschied zwischen Abbruch und selektivem Rückbau nach DIN 18007?
DIN 18007 unterscheidet beide Verfahren: Beim klassischen mechanischen Abbruch wird das Gebäude mit Abbruchbagger und Zange als Ganzes niedergelegt; Materialien fallen als Gemisch an und werden zu Recycling-Baustoff oder Deponat aufbereitet. Beim selektiven Rückbau werden verwertbare Fraktionen – Metall, Holz, Gips, Glas, unbelasteter Beton – vor dem maschinellen Abbruch separat demontiert und sortenrein erfasst. Das steigert den Recyclingwert erheblich, verlängert die Abbruchdauer aber um 30–60 %. Bei Gebäuden ab ca. 1.000 m² BGF fordern Berliner Baubehörden regelmäßig ein Verwertungskonzept nach den Grundsätzen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG).
Woran hängen die Abbruchkosten pro m² in Berlin konkret?
Der Nettokostenanteil für den reinen mechanischen Abbruch liegt bei Berliner Massivbauten typischerweise zwischen 30 und 80 €/m² BGF. Die entscheidenden Kostentreiber: (1) Schadstoffgehalt – Asbestsanierung kostet je nach Materialart 50–400 €/m²; (2) Tragwerk – Stahlbeton ist ca. 2–3× teurer abzubrechen als Ziegelmauerwerk; (3) Innerstädtische Lage – enge Zufahrten erzwingen Kleinmaschinen und erhöhen Maschinenstunden; (4) Entsorgung – mineralischer Abbruch (AVV 17 01 07) kostet 8–20 €/t, kontaminiertes Material (z. B. asbesthaltig, AVV 17 06 05*) 80–300 €/t. Pauschalangebote ohne vorherige Schadstoffabklärung sind regelmäßig nachkalkulationsanfällig.
Welche Erschütterungsgrenzwerte schützen Nachbargebäude beim Abbruch?
DIN 4150-3 legt Anhaltswerte für die maximale Schwinggeschwindigkeit v an der Fundamentoberkante fest: Für Wohngebäude gelten im Frequenzbereich 1–10 Hz maximal 5 mm/s, bei höheren Frequenzen bis 50 Hz erhöht sich der Wert auf 15 mm/s. Industriebauten werden mit 20–50 mm/s toleranter eingestuft. Historische Altbausubstanz oder bereits gerissene Gebäude werden in der Praxis deutlich unterhalb dieser Richtwerte behandelt. Vor Abbrucharbeiten mit Hydraulikmeißel oder Abbruchbirne ist eine Vorschadensaufnahme des Nachbargebäudes (Rissprotokoll, Fotodokumentation) dringend empfohlen – sie schützt beide Parteien im Streitfall und gehört zur professionellen Abbruchvorbereitung.
Ab wann ist in Berlin eine Abbruchgenehmigung erforderlich?
Nach BauO Bln sind Abbrüche kleiner Nebengebäude (bis ca. 10 m² GF, nicht unterkellert) verfahrensfrei. Für alle anderen Gebäude ist entweder eine Abbruchgenehmigung oder eine förmliche Abbruchanzeige beim zuständigen Bezirksbauamt erforderlich. Gebäude in Berliner Erhaltungsgebieten (Milieuschutz nach § 172 BauGB) unterliegen unabhängig von Größe und Nutzung einer besonderen Genehmigungspflicht, da der Abbruch Wohnraum vernichtet. Wichtig: Abbruchgenehmigung und Schadstoffverfahren nach TRGS 519 sind rechtlich voneinander unabhängig – beide müssen parallel koordiniert werden. Fehlende Schadstoffnachweise können eine bereits erteilte Genehmigung faktisch blockieren.
Wie wird die Entsorgung des Abbruchmaterials nachgewiesen?
Das KrWG (Kreislaufwirtschaftsgesetz) verpflichtet zur lückenlosen Nachweisführung. Mineralischer Abbruch (AVV 17 01 07) kann nach Beprobung als Recycling-Baustoff verwertet werden; der Auftraggeber erhält Wiegenachweise der Entsorgungsanlage. Asbesthaltiger Abbruchabfall (AVV 17 06 05*) ist gefährlicher Abfall und unterliegt dem Begleitscheinsystem nach NachwV: Begleitschein, Übernahmeschein und Entsorgungsnachweis werden von der zuständigen Abfallbehörde geprüft. Diese Dokumente sind bei Behördenanfragen und in der Gewährleistungsphase relevant – Bauherren sollten sie vom ausführenden Betrieb aktiv einfordern und archivieren.
Was enthält ein Abbruchkonzept und wann wird es von der Baubehörde gefordert?
Ein Abbruchkonzept beschreibt Abbruchreihenfolge, Standsicherheitsmaßnahmen für verbleibende Gebäudeteile und Nachbargebäude, Schutzmaßnahmen gegen Staub, Lärm und Erschütterungen sowie das Entsorgungskonzept für alle Materialfraktionen. Statische Nachweise für temporäre Verbau- oder Stützkonstruktionen werden durch einen bauvorlageberechtigten Tragwerksplaner erbracht. Berliner Baubehörden fordern das Konzept regelmäßig bei mehrstöckigen Gebäuden in engen Innenhöfen, Abbrüchen an gemeinsamen Brandwänden und Projekten in dichten Wohnquartieren – also immer dann, wenn Dritte durch den Abbruchvorgang unmittelbar betroffen sind.
Welche Besonderheiten hat der Abbruch von DDR-Plattenbauten in Berlin?
Plattenbauten (z. B. WBS 70, P2) bestehen aus großformatigen Stahlbeton-Fertigteilen, die über korrosionsanfällige Verbindungsanker kraftschlüssig verbunden sind. Ein unkontrolliertes Fällen ist wegen der Tragwerkskopplung ausgeschlossen – die Platten müssen einzeln gesichert, getrennt und kontrolliert abgestapelt werden. Innenwandplatten aus haufwerksporigem Beton brechen extrem staubintensiv ab und erfordern umfangreiche Feinstaubschutzmaßnahmen. Faserzement-Dachdeckungen (Eternit) aus Baujahren vor 1993 enthalten praktisch ausnahmslos Chrysotilasbest. Der Gesamtaufwand für Schadstoffsanierung und Spezialabbruch liegt bei DDR-Plattenbauten regelmäßig 40–80 % über dem Niveau vergleichbarer Westbauten gleicher Größe.
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Alle Abbruchleistungen richten sich nach den einschlägigen Regelwerken zu Schadstoffschutz, Standsicherheit, Erschütterungsgrenzen und Entsorgungsnachweis.

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