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Tür Montage Berlin
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Fenster & Türen

Türen montieren lassen in Berlin — Fachbetrieb für normkonforme Tür Montage

Die Qualität einer Tür Montage entscheidet darüber, ob Schall- und Brandschutzwerte dauerhaft eingehalten werden — und ob Türen nach Jahren noch sauber schließen. Entscheidend ist nicht nur das Türblatt, sondern das Zusammenspiel von Rohbaumaß, Zargentyp und Fugenverguss.

Ob Innentür, Haustür oder Brandschutztür mit CE-Verwendbarkeitsnachweis: Jede Türsituation stellt eigene normative und handwerkliche Anforderungen. Diese Seite zeigt, worauf es bei der fachgerechten Montage wirklich ankommt — und welche Fehler teure Nacharbeiten erzwingen.

Leistungsumfang Tür Montage

Was umfasst eine fachgerechte Tür Montage?

  • Aufmaß & Rohbaumaß-Prüfung nach DIN 18101 (Nennmaß + Zumaß je nach Zargentyp)
  • Sturz- und Wandkontrolle — statische Klärung bei Öffnungen in tragenden Bauteilen
  • Zargenwahl und -montage: Blockzarge oder Umfassungszarge nach Wandaufbau und Putzstand
  • Türblatt-Einhängen & 3D-Bandeinstellung für spaltgenaue, dauerhaft leichtgängige Funktion
  • Fugenverguss nach 3-Ebenen-Prinzip (innen luftdicht, Kernzone wärmegedämmt, außen schlagregensicher)
  • Abnahme: Türspalt-Kontrolle, Schließkraftmessung, Beschlag- und Anschlagjustage

Bei Feuerschutztüren (klassifiziert nach DIN EN 13501-2) umfasst die Montage zusätzlich die vollständige Dokumentation nach Hersteller-Einbauanleitung — Voraussetzung für den gültigen Verwendbarkeitsnachweis gemäß CE-Kennzeichnung nach DIN EN 16034. Die Montage erfolgt durch Fachkräfte des Gewerks Fenster & Türen.

2–5 dBTypische Minderung Prüfstandswert Rw zu Einbauwert R'w
RC 1–6Widerstandsklassen Einbruchhemmung nach EN 1627
±2 mmZargenspiel-Toleranz nach Herstellervorgabe (Einbaumaß)
≤ 20 mmMax. Schwellenhöhe barrierefreier Zugang (DIN 18040-2)
Zargentypen im Vergleich: Einbausituation und Wanddicke – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Schallschutz: Warum Prüfstandswert und Einbauwert auseinanderfallen

Der in Prüfzeugnissen angegebene bewertete Schalldämm-Maß Rw (Labormessung nach EN ISO 10140) liegt systematisch um 2–5 dB über dem tatsächlich erreichbaren Einbauwert R'w (Feldmessung nach EN ISO 16283). Ursachen sind Flankenübertragungswege über Wand, Boden und Decke sowie Luftschallnebenwege durch undichte Zargenanschlüsse — beides kann im Labor nicht vollständig abgebildet werden.

Für Türen mit Schallschutzanforderung — R'w ≥ 37 dB für Wohnungseingangstüren nach DIN 4109-1 (2018) — sollte der Prüfstandswert des gewählten Elements mindestens 40–42 dB betragen. Ein Zargenspalt von 1 mm über nur 10 cm Länge reduziert die Schalldämmung um ca. 5–8 dB: die lückenlose Anschlagdichtung und die umlaufende Flächenpressung sind damit die entscheidenden Montageparameter.

Querschnitt einer Schallschutztür am Anschlag: durchgehende Dichtung, Flächenpressung und ein Zargenspalt, durch den Schall entweicht.
Preise & Kosten

Was kostet Tür Montage?

Montageleistung ohne Türblatt und Zarge (falls nicht anders vermerkt); Preise netto, Berlin 2024–2025. Nebenleistungen sind häufig nicht im Basisangebot enthalten.

LeistungPreis-Spanne (Richtwert)
LeistungRichtpreis
Innentür montieren (Öffnung vorbereitet, ohne Zarge)150–280 EUR
Innentür komplett mit Blockzarge einsetzen und anschlagen280–500 EUR
Schallschutztür Rw ≥ 32 dB montieren (Doppelfalz, inkl. Zarge)450–850 EUR
Außentür montieren — Blendrahmen, ohne Material450–900 EUR
Brandschutztür T30 einbauen inkl. Montageprotokoll, ohne Material650–1.300 EUR
RC2-Tür mit geprüftem Zargenverbund montieren900–1.900 EUR
Demontage + Entsorgung Bestandstür90–220 EUR (Zusatzleistung)
Beiputzarbeiten Laibung nach Zargeneinbau150–380 EUR (Zusatzleistung)

Richtwerte für Berlin/Brandenburg, projektabhängig — kostenloses Festpreis-Angebot anfragen.

RC-Türen in der Praxis: Die Zarge ist die häufig unterschätzte Schwachstelle

Eine einbruchhemmende Tür der Klasse RC2 oder RC3 nach EN 1627 wird stets als Gesamtelement geprüft: Türblatt, Zarge, Beschläge und Schloss im definierten Einbauverbund. Das Prüfzeugnis erlischt, sobald eine dieser Komponenten durch eine nicht freigegebene Alternative ersetzt wird — ein RC3-Blatt kombiniert mit handelsüblicher Stahlzarge ohne Prüfverbund erfüllt die Klasse rechtlich nicht.

Die kritischste Montagestelle ist die Zargenverankerung im Mauerwerk: EN 1627 schreibt Anzahl, Abstände und Befestigungstyp der Anker je Wandaufbau vor. Poroton-, Ytong- oder Leichtbetonwände erfordern häufig andere Dübelsysteme als im Serienprüfzeugnis hinterlegt und benötigen eine schriftliche Herstellerfreigabe — andernfalls trägt der Monteur das Haftungsrisiko.

Interaktiv

Montagekosten-Richtwert Türmontage

Richtwert für Standard-Innentür mit Stahlzarge (Eckschenkel 100 mm): Zarge einsetzen, Türblatt einhängen, Beschläge und Türstopper montieren, beidseitiger Beiputz (Zargenspalt ≤ 5 cm). Außen-, Brandschutz- oder Schallschutztüren: Aufschlag 30–80 % je nach Anforderungsklasse.

Stahlzarge + Bänder + Beschläge + Beiputzmörtel
Richtkosten inkl. Arbeit

Unverbindlicher Richtwert – der genaue Preis hängt von Untergrund, Aufwand und Ausführung ab.

So gehen wir vor

Ablauf einer fachgerechten Türmontage

1

Rohbauöffnung aufnehmen

Maßkontrolle (Breite, Höhe, Diagonale), Ebenheitsmessung mit 2-m-Richtlatte, Rechtwinkligkeitsprüfung. Abweichungen nach DIN 18202 Tabelle 3 dokumentieren — sie bestimmen, ob Zuschnitt oder Ausgleich erforderlich ist.

2

Zarge einrichten und ausrichten

Blendrahmen oder Blockzarge im Lot einstellen, mit Holzkeilen justieren. Diagonalmaß-Differenz max. 1 mm. Zargeninnenseiten müssen parallel sein — andernfalls ist der Falzspalt von Beginn an ungleichmäßig.

3

Zarge verankern

Befestigung nach Hersteller-Montageanleitung (Dübel-Typ, Anzahl, Abstände). Bei RC-Türen: Protokoll mit Datum, Dübel-Charge und Wandaufbau führen. PU-Schaum allein ist kein Ersatz für mechanische Lastübertragung.

4

Fuge schließen und abdichten

PU-Ortschaum max. 1/3 der Fugenbreite je Lage einbringen, Expansion abwarten. Bei Schallschutztüren stattdessen Mineralwolle (Rohdichte ≥ 80 kg/m³) oder Akustik-Dichtmasse — PU-Schaum (Rohdichte typ. 20–40 kg/m³) ist schalltechnisch ungeeignet.

5

Türblatt einhängen und justieren

Bandanzahl nach Blattgewicht (ab 80 kg: 3 Bänder empfohlen, oberstes Band ≤ 200 mm von Oberkante). Falzspalt umlaufend 2–3 mm einstellen. Schließkantenpressung auf Dichtungsanlage prüfen.

6

Dichtungen und Beschläge einstellen

Anschlagdichtung umlaufend ohne Unterbrechung montieren — Eckanschlüsse gehrungsgenau ausführen. Absenkbare Bodendichtung auf Bodenbelagshöhe abstimmen. Türschließer nach EN 1154 einstellen.

7

Abnahme und Dokumentation

Funktionsprüfung: Schließen, Öffnen, Schloss einrasten, Dichtungsanlage prüfen. Nutzereinweisung, Pflegeanleitung übergeben. Bei T30/T60/RC2+: Montageprotokoll als Pflichtdokument für Bauabnahme und Versicherungsanerkennung.

Falzspiel-Sollmaße: Spaltmaße und Abnahmetoleranzen – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Montagefehler Expanderschaum: Warum Übervolumen die Zarge verformt

PU-Ortschaum entwickelt beim Aufschäumen einen Expansionsdruck von ca. 2–3 bar. Wird die Fuge zwischen Zarge und Mauerwerk vollständig und auf einmal gefüllt, drückt dieser Druck die Zargenleibung nach innen — besonders kritisch im Bereich des Schlosskastens und der Scharnierseite. Folge: Der Falzspalt verengt sich einseitig, die Dichtung liegt nicht mehr satt an, und die Tür klemmt oder rastet nicht mehr formschlüssig ein.

Regelkonforme Ausführung: Schaum in Lagen von max. 1/3 der Fugenbreite einbringen, Expansion abwarten, dann ggf. zweite Lage. Für Schallschutztüren ist PU-Ortschaum generell ungeeignet: Die geringe Rohdichte (typ. 20–40 kg/m³) liefert kaum akustische Dämmwirkung; hier sind Mineralwollstreifen (Rohdichte ≥ 80 kg/m³) oder Acryl-Akustikdichtmasse die fachgerechte Wahl.

Querschnitt einer Türzarge im Mauerwerk: links Schaum in dünnen Lagen, rechts Überfüllung, die das Zargenprofil nach innen verbiegt.
Im Überblick

Türtypen und ihre jeweiligen Einbauanforderungen

Innentür / Zimmertür

Keine CPR-Pflicht bei reiner Wohnfunktion. Bodenspaltdichtung nach Bodenbelag wählen (heb-/absenkbar bei Teppich). Schallschutz: Doppelfalz-Konstruktion ab ca. Rw ≥ 32 dB Anforderung.

Wohnungsabschlusstür

DIN 4109-1 (2018) fordert R'w ≥ 37 dB (Einbauwert) zum Treppenhaus. Anforderung an Einbruchhemmung (RC2) und Schallschutz wird häufig kombiniert — beide Zertifikate müssen im gleichen Prüfverbund vorliegen.

Außentür / Haustür

Schlagregenklasse nach EN 12208 beachten (mind. Klasse 6A, exponierte Lage 8A). Schwellen-Wärmebrücke in psi-Wert einbeziehen. Anschluss an Abdichtungsebene nach DIN 18533.

Brandschutztür T30/T60/T90

CE-Kennzeichnung nach EN 16034 plus nationaler Verwendbarkeitsnachweis (abP oder aBG). Einbauprotokoll durch qualifizierten Betrieb Pflicht. Keine Nachbohrungen ohne Herstellerfreigabe.

Einbruchhemmende Tür RC1–RC6

Gesamtelement-Zulassung nach EN 1627. Zargenverankerung gemäß Prüfzeugnis protokollieren. Wandaufbau muss Herstellerfreigabe haben — abweichende Konstruktionen gefährden Versicherungsschutz.

Schallschutztür Rw ≥ 37–47 dB

Doppelfalz, dreiseitige Anschlagdichtung, absenkbare Bodendichtung. Flankenübertragung des Gebäudes in der Planung berücksichtigen — die Tür allein kann nicht mehr leisten als die schwächste Flanke erlaubt.

Doppelfalz vs. Einfachfalz: Konstruktion, Schallschutz und Optik

Beim Einfachfalz (Stumpfeinschlag) liegt das Türblatt einseitig an einem Anschlag an — die Dichtungsebene ist auf eine Seite beschränkt. Diese Konstruktion ist montagefreundlich und preisgünstig, erreicht aber selten Rw-Werte über 27 dB, da Luftnebenwege auf der blattabgewandten Seite kaum verschlossen werden können.

Der Doppelfalz (Überfalz) schließt beidseitig in je eine Nut und bietet zwei Dichtungsebenen mit höherer Flächenpressung — Grundvoraussetzung für Schallschutztüren ab ca. Rw 32 dB. Nachteil: Das Blatt ist nicht 'durchsteckbar' einzuhängen, die Laibungstiefe muss für die beidseitigen Zargenflügel ausreichen, und die Bandeinstellung ist aufwändiger. Bei Schallschutzanforderungen ist der Doppelfalz jedoch alternativlos.

Lösungs-Finder

Tür- und Zargen-Empfehlung nach Anforderung

Welche ist die bestimmende Anforderung an die Tür?

Standard-Stumpftür (CPL oder Echtholzfurnier) mit Stahlzarge, Eckschenkel 100 mm. Schallschutzmaß Rw ≥ 27 dB (DIN 4109-1 Mindest). 2 Bänder bis 40 kg Blattgewicht (EN 1935 Kl. 2). Zargenspalt allseitig ≤ 3 mm (VOB/C ATV DIN 18355). Beiputz diffusionsoffen, Körnung 0–4 mm, Haftbrücke auf Stahlzarge obligatorisch.
Schallschutztür mit Prüfzeugnis Rw ≥ 37 dB (DIN 4109-1, Zeile 3). 3-seitige Dichtungsgarnitur + bodenseitige Absenkdichtung obligatorisch. Stahlzarge mit Dichtfalz; Zargentiefe = Wandstärke + beidseitiger Putzaufbau + 2 × 3 mm Toleranzpuffer. Schloss nach EN 12209, Stulp bündig. Für Rw ≥ 42 dB: zweite Dichtungsebene, Türblatt ≥ 60 mm Rohbaustärke.
Nur systemzugelassene Kombination aus Tür + Zarge nach DIN EN 16034 mit CE-Kennzeichnung oder abZ (allg. bauaufsichtl. Zulassung). Herstellerkombination zwingend einhalten — keine freie Zargenwahl zulässig. Montage durch nachweislich unterwiesenes Personal; Einbaudokumentation dauerhaft aufbewahren. Beiputz mit brandschutzgeprüftem Mörtel. Rauchdichtheit (Rs-Klassifizierung) nach DIN 18095-1 gesondert prüfen.
Lichte Durchgangsbreite ≥ 90 cm (DIN 18040-2); empfohlen 100 cm — Rohbauöffnung ≥ 101 cm einplanen. Keine Schwelle > 20 mm; rollstuhlgerecht: ≤ 0 mm. Türdrücker 85 cm ü. FFB, ggf. senkrechter Haltegriff. Manuelle Öffnungskraft ≤ 25 N; bei Automatik EN 16005 beachten. Bodenfreiheit Türblatt max. 8 mm. Cave: Absenkdichtung entfällt bei schwellenfreiem Einbau — Schallschutz-Kompromiss planerisch klären.
Technische Daten

Technische Kennwerte und Normtoleranzen Türmontage

Kennwert / AnforderungWert und Regelwerk
Grenzabweichung Rohbauöffnung (Winkligkeit)≤ 3 mm/m nach DIN 18202 Tabelle 3
Falzspalt Türblatt umlaufend2–3 mm (Herstellervorgabe)
Max. Schieflage Türblatt im Lot≤ 1 mm/m
Wohnungseingangstür Schallschutz (Mindestwert)R'w ≥ 37 dB nach DIN 4109-1 (2018)
Innentür erhöhter Schallschutz (VDI 4100 Stufe II)R'w ≥ 32 dB
Einbruchhemmung WiderstandsklassenRC 1–6 nach EN 1627
Schlagregenklasse AußentürKlasse 6A–9A nach EN 12208 (expositionsabhängig)
Barrierefreier Zugang: max. Schwellenhöhe≤ 20 mm nach DIN 18040-2 (Wohnungen)
Rahmen-U-Wert Außentür (GEG Referenzgebäude)Ud ≤ 1,8 W/(m²K) nach GEG Anlage 2
Temperatur-Faktor Mindestwärmeschutz Anschlussfr ≥ 0,70 nach DIN 4108-2
Montagechronologie: Zargen-Einbauzeitpunkt nach Bauphase – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Wärmebrücke Außentür: psi-Wert, Anschlussdetail und Tauwassernachweis

Der linienförmige Wärmedurchgangskoeffizient ψ (psi) beschreibt den Zusatz-Wärmestrom am Anschluss Türrahmen/Wand in W/(mK). Der Schwellenanschluss ist die wärmetechnisch kritischste Zone: Ein ungedämmter Stahlrahmen im Bodenaufbau erzeugt lokal Oberflächentemperaturen, die bei normaler Raumluftfeuchte (50–60 %) unter dem Taupunkt liegen können. Der Nachweis erfolgt über den Temperatur-Faktor fr ≥ 0,70 nach DIN 4108-2, berechnet durch zweidimensionale Temperaturfeldsimulation nach DIN EN ISO 10211.

Für den GEG-Energieausweis ist nicht nur der Uw-Wert des Türelements relevant, sondern die konkrete Einbausituation: Eine Außentür, die in der Dämmebene der Fassade eingebaut ist statt in der Innenleibung, reduziert den Anschluss-psi-Wert um typisch 0,04–0,10 W/(mK). Bei schwellenlosem Einbau ist ein Sonderdetail mit kältebrückenarmen Schwellenprofilen zwingend — und in der Simulation explizit abzubilden.

Querschnitt einer Außentür in der Dämmebene mit kältebrückenarmem Schwellenprofil, Isothermen und markiertem Anschluss-psi-Wert.

Keine nachträglichen Bohrungen in Brandschutztüren

Türschilder, Kabelführungen oder Schlosszylinderwechsel ohne schriftliche Herstellerfreigabe annullieren die Brandschutz-Zertifizierung (CE/abP). Das kann die Betriebsgenehmigung gefährden — besonders in Pflegeeinrichtungen, Hotels und Versammlungsstätten mit behördlicher Abnahme.

Protokollpflicht bei RC- und Brandschutztüren einplanen

Für T30/T60/T90- und RC2/RC3-Türen ist ein Einbauprotokoll (Zargentyp, Wandaufbau, Dübel-Typ und Charge, Einbaudatum, Monteursname) für Bauabnahme und Versicherungsanerkennung zwingend erforderlich. Fehlt das Protokoll, kann ein Versicherungsschaden abgelehnt werden.

Türschließer-Einbautiefe vor Wandfertigstellung klären

Obenliegende Türschließer (Norm EN 1154) benötigen am Sturz einen definierten Freigang (typ. 30–60 mm). Dieser Montageraum muss vor Verputz oder Abhängdecke koordiniert sein — eine nachträgliche Sturzkorrektur ist aufwändig und teuer.

Brandschutztüren: CE-Kennzeichnung, abP und Anforderungen an die Bauabnahme

Seit der harmonisierten Norm EN 16034 sind Brandschutzabschlüsse CE-kennzeichnungspflichtig auf Basis einer Leistungserklärung (DoP). In Deutschland ist parallel dazu ein nationaler Verwendbarkeitsnachweis relevant: entweder ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (abP) oder — seit Einführung der MVV TB 2019 — eine Allgemeine Bauartgenehmigung (aBG). Planer müssen prüfen, ob das gewählte Produkt für die spezifische Einbausituation (Wanddicke, Öffnungsformat, Verglasung) durch die vorliegenden Dokumente abgedeckt ist.

Bei der Bauabnahme sind DoP, abP/aBG-Nummer, Einbauprotokoll und der Qualifikationsnachweis des ausführenden Betriebs vorzulegen. Nachträglich eingebrachte Öffnungen — Klingelknöpfe, Kabelführungen, Briefklappenausschnitte — ohne Herstellerfreigabe gefährden die Zertifizierung und damit die behördliche Abnahmefähigkeit des gesamten Gebäudes.

Interaktiv

Bandlast-Rechner nach EN 1935

Türblattgewicht eingeben — Ergebnis: Mindest-Bandanzahl, Tragklasse nach EN 1935 und Befestigungshinweise nach Wandbaustoff.

Türblattgewicht
Kurz erklärt

Wichtige Begriffe rund um Tür Montage

Rw / R'w
Bewertetes Schalldämm-Maß: Rw = Laborwert (EN ISO 10140), R'w = Einbauwert im Gebäude (EN ISO 16283). R'w liegt wegen Flankenübertragung typ. 2–5 dB unter Rw — maßgebend für normative Anforderungen ist R'w.
RC-Klasse (Resistance Class)
Widerstandsklasse gegen Einbruch nach EN 1627 (RC 1–6). Gilt für das geprüfte Gesamtelement: Blatt + Zarge + Beschläge + definierte Montageart. Kein Zertifikat ohne vollständigen Einbauverbund.
ψ-Wert (psi)
Linienbezogener Wärmedurchgangskoeffizient in W/(mK). Beschreibt Wärmebrückenverluste am Bauteilanschluss (z.B. Türrahmen/Außenwand). Relevant für GEG-Nachweis und Tauwasserprüfung nach DIN 4108-2 / DIN EN ISO 10211.
Doppelfalz / Überfalz
Zargenform, bei der das Türblatt beidseitig in je eine Nut einfällt. Bietet zwei Dichtungsebenen und ist Grundvoraussetzung für Schallschutztüren ab ca. Rw ≥ 32 dB.
abP / aBG
Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (abP) / Allgemeine Bauartgenehmigung (aBG, seit MVV TB 2019 Nachfolge der abZ). Nationale Verwendbarkeitsnachweise, in Deutschland parallel zur CE-Kennzeichnung für viele geregelte Bauprodukte relevant.
T30 / EI2 30
T30 ist die nationale Kurzbezeichnung für feuerhemmende Türen mit 30 Minuten Widerstandsdauer. Die harmonisierte europäische Klassifizierung lautet EI2 30-C5 (nach DIN EN 13501-2); Prüfung nach EN 1634-1. Rauchdichtigkeit (Sa/Sm) ist separat nachzuweisen.
Schlagregenklasse (EN 12208)
Klassifiziert Widerstand gegen windgetriebenen Regen (Klassen 0–9A/9B). Für exponierte Lagen in Deutschland empfohlen: Klasse 8A (600 Pa Prüfdruck), für normale Bebauung Klasse 6A.
Schallschutzklassen SK 1–4 nach DIN 4109-1: Rw-Richtwerte und Einsatzbereiche – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)

Barrierefreiheit vs. Schlagregenschutz: Der technische Kompromiss am Schwellenpunkt

DIN 18040-2 (barrierefreie Wohnungen) fordert eine Schwellenhöhe ≤ 20 mm — ideal wäre stufenlos. Eine klassische Haustürschwelle (typ. 30–50 mm hoch) schützt durch ihre Höhe wirksam vor eindringendem Regenwasser, ist aber für Rollstuhlfahrer, Rollatoren und Kinderwagen ein Hindernis. Beide Anforderungen sind konstruktiv unvereinbar ohne ein Sonderdetail.

Technisch bewährt: Schwellenlose Systeme mit integrierter Entwässerungsrinne und definiertem Außengefälle (≥ 2 % von der Tür weg) leiten Niederschlag ab ohne Barriere. Voraussetzung sind ein ausreichend dimensioniertes Vordach, kältebrückenarme Schwellenprofile und — bei hoher Schlagregenexposition — die Klassifizierung des Gesamtelements nach EN 12208 in der schwellenlosen Einbaukonfiguration, da die Schlagregenklasse sich auf den tatsächlichen Einbauverbund bezieht.

Querschnitt eines barrierefreien Türübergangs mit schwellenlosem Profil, Entwässerungsrinne, Außengefälle und schützendem Vordach gegen Schlagregen.

Das Prüfzeugnis einer Tür ist eine Systembescheinigung — es gilt nur für den exakten Verbund aus Blatt, Zarge, Beschlägen und Einbaukonstruktion. Wer eine zertifizierte Tür in eine nicht freigegebene Situation einbaut, baut ohne gültigen Nachweis.

Grundsatz qualifizierter Türenmontage nach EN 1627 / EN 16034

Versteckte Kosten: Was Standardangebote zur Türmontage oft weglassen

Basisangebote umfassen meist nur die eigentliche Montage des angelieferten Elements. Häufig nicht ausgeschrieben sind: Demontage und Entsorgung der Bestandstür, Beiputzarbeiten an Laibung und Sturz nach Zargeneinbau, Anpassungsschnitte an der Zarge bei Mauerunregelmäßigkeiten sowie das Setzen und Ausrichten einer neuen Bodenschwelle.

Einbruchschutzklassen RC 1–6 nach DIN EN 1627: Widerstandszeit und Angriffswerkzeuge – Erklär-Grafik (NEUWEST Berlin)
Cutaway einer Außentür in der Gebäudehülle: Abdichtungsanschluss, Sturz-Statik, Einbauprotokoll und Entsorgung als separate Teilleistungen.

Bei Außentüren kommen hinzu: Abdichtungsanschluss an die Gebäudehülle, statischer Nachweis bei Veränderung der Sturzgeometrie und — bei RC- und Brandschutztüren — das Einbauprotokoll als eigenständige Dokumentationsleistung. In der LV-Position sollten Planer Vor- und Nacharbeiten, Entsorgung und Nachweisdokumente explizit als Teilleistungen benennen, um Nachtragsrisiken zu minimieren.

Tür Montage Fragen & Antworten

Welches Rohbaumaß brauche ich für eine Standardtür?
Das Rohbaumaß ergibt sich aus dem Nennmaß der Tür plus Zumaß für Zargendicke und Montagespiel. DIN 18101 normiert Türnennmaße (z. B. 860 × 2010 mm); das Rohbaumaß liegt je nach Zargentyp beidseitig und oben typischerweise um 30–50 mm je Seite größer. Zu enge Öffnungen lassen sich nachträglich nur mit unverhältnismäßigem Aufwand korrigieren — zu große Öffnungen in tragenden Wänden sind baugenehmigungspflichtig.
Wann ist eine Umfassungszarge sinnvoll, wann eine Blockzarge?
Eine Blockzarge (U-Profil) wird bündig gegen den fertigen Wandputz gesetzt — geeignet für Renovierungen mit bekannter, gleichmäßiger Wanddicke. Eine Umfassungszarge umgreift die Wanddicke beidseitig mit Flügeln und gleicht Putztoleranzen aus — ideal im Rohbau oder bei Wänden mit schwankender Dicke. Für Feuchträume und Kellertüren ist zusätzlich die Materialwahl (Stahl, Aluminium, WPC) entscheidend, da Holzzargen bei dauerhafter Feuchtebelastung quellen und die Funktion beeinträchtigen.
Was bedeuten die RC-Klassen bei einbruchhemmenden Türen?
RC (Resistance Class) nach DIN EN 1627 klassifiziert den Widerstand gegen Einbruchversuche. RC 2 widersteht Hebelwerkzeug für mindestens 3 Minuten und ist der Mindeststandard, den Polizeiberatung und Einbruchschutzversicherer für Wohnungseingangstüren empfehlen. Entscheidend: Blatt, Zarge und Verankerung im Mauerwerk müssen gemeinsam zur selben RC-Klasse geprüft sein — ein RC-3-Blatt in ungekennzeichneter Zarge erfüllt die Klasse nicht, weil die Systemprüfung fehlt.
Warum verliert eine Brandschutztür ihren Nachweis beim Laien-Einbau?
Brandschutztüren werden als geprüfte Systemeinheit zugelassen — Blatt, Zarge, Bänder, Obentürschließer und Einbausituation bilden eine untrennbare Einheit. Der Verwendbarkeitsnachweis (CE-Kennzeichnung nach DIN EN 16034) gilt nur bei Einbau streng nach Hersteller-Einbauanleitung. Auch scheinbar kleine Abweichungen — ein nicht zugelassenes Band, falscher Befestigungsabstand, fehlende Bohrlochposition für den Schließer — heben den Nachweis auf. Im Brandfall haftet der Eigentümer; Versicherungen können die Leistung verweigern.
Welche Türspaltmaße sind normgerecht?
Seitlich und oben gilt ein Türspalt von 2–3 mm als Richtwert für komfortgängige Türen. Der untere Türspalt ist schallschutzkritisch: Schallschutztüren benötigen eine Automatik-Bodendichtung (Absenkdichtung), die beim Schließen selbsttätig abdichtet — weil schon 1 cm ungedichteter Bodenspalts die Schalldämmung auf das Niveau einer ungefütterten Tür reduziert. Brandschutztüren dürfen den Bodenspalt nur im Rahmen der Zulassung vorsehen; Bürstendichtungen sind häufig zulässig, offene Bodenfreiheit über dem Zulassungsmaß hingegen nicht.
Wie viel Schallschutz geht durch schlechte Montage verloren?
Das im Prüfstand gemessene bewertete Schalldämm-Maß Rw nach DIN EN ISO 10140 ist ein Laborwert. In der Praxis sinkt die tatsächliche Dämmwirkung durch Flankenübertragung, Fugenundichtigkeiten und Einbautoleranzen typischerweise um 5–10 dB. Eine Tür mit Rw = 42 dB leistet eingebaut realistisch 32–37 dB. Entscheidend sind neben der Bodendichtung auch die vollflächige Zargenabdichtung sowie — oft unterschätzt — dichte Unterputzdosen in angrenzenden Wänden, die als direkte Schallbrücke wirken.
Wann brauche ich für den Türdurchbruch eine statische Berechnung?
Jeder Durchbruch in einer tragenden Wand erfordert eine statische Berechnung und in der Regel eine Baugenehmigung — auch bei kleiner Öffnung. Der Sturz muss als Bauteil nachgewiesen sein; bei Bestandsmauerwerk ist zusätzlich zu klären, ob die vorhandene Konstruktion auf veränderte Lasteintragung ausgelegt ist. In Berlin regelt die Bauordnung Berlin (BauO Bln) den Genehmigungsvorbehalt. Nicht tragende Trockenbauwände sind ausgenommen — hier ist kein Statiknachweis erforderlich.
Was kostet Tür Montage in Berlin — und was treibt den Preis?
Die reine Montageleistung (ohne Türlieferung) liegt in Berlin für eine Standard-Innentür bei etwa 150–350 EUR, für eine Haustür inkl. Zargeneinbau und Dichtungsebenen bei 400–900 EUR. Brandschutztüren kosten wegen Dokumentationspflicht und Systemprüfung typischerweise 200–500 EUR Mehraufwand. Wesentliche Kostenreiber: Aufschlagen einer neuen Wandöffnung (+500–2.000 EUR je nach Wandtyp und Sturzkonstruktion), Sonderformate sowie barrierefreie Türbreiten ≥ 900 mm nach DIN 18040-2, die breitere Zargen und angepasste Beschläge erfordern.
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Tür Montage Referenzen & Beispiele

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Die folgenden Normen und Regelwerke bilden die fachliche Grundlage für eine normkonforme Tür Montage.

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